tod in venedig 0Schonungsloses Kopftheater. So deutlich mehrdeutig zu bleiben, ist hohe Regie-Kunst. Demis Volpi, Hauschoreograf des Stuttgarter Balletts, gelingt bei seiner erst zweiten Operninszenierung gleich ein Paradigmenwechsel: Er hat Benjamin Brittens letztes Bühnenwerk „Der Tod in Venedig“ vom Nimbus der bloßen Coming-Out-Oper befreit, ohne die darin verankerten homoerotischen oder – in diesem Fall – eher pädophilen Aspekte der Geschichte einfach beiseite zu schieben.

galvan1Mit der Uraufführung von „La Fiesta / Das Fest“ kehrte die Galionsfigur des zeitgenössischen Flamenco Israel Galván ins Festspielhaus St. Pölten zurück. Mit einem internationalen, multidisziplinären Ensemble trieb er darin die Dekonstruktion des Flamenco auf die Spitze und so manche Zuseher aus dem Haus. Diese hatten wohl auch das Gefühl zu fortgeschrittener Stunde nüchtern auf eine Party gekommen zu sein.

Trittico2Ein Ausflug ins Letzte Erfreuliche Operntheater mit Giacomo Puccinis „Il Trittico“, quasi als Vorgeschmack zur nächsten Premiere im Juni, des Meisters „Manon Lescaut“. Mit seinem Tryptichon wollte Puccini an einem Abend alle Operngenres vereinen: das Drama („Il Tabarro“), die lyrische Oper („Suor Angelica“) und die Komödie („Gianni Schicchi“). Bester Stoff für Stefan Fleischhacker und sein Team vom Theater L.E.O..

MovementsMut ist den überaus geschätzten Tänzern des Wiener Staatsballetts bei der Wahl ihrer Choreografieaufträge für den Strawinski-Abend an der Volksoper nicht abzusprechen. Wählte Eno Peci „Petruschka“, so wagte sich Andrey Kaydanovskiy an den „Feuervogel“. Nur András Lukács verzichtete in „Movements to Stravinsky“ auf derart prominente Vorlagen und arrangierte sein Ballett zu Teilen aus vier Werken des Komponisten.

Blaschke1„I don’t remember this body“ nennen der Tänzer und Choreograf Georg Blaschke und der Bildhauer und Medienkünstler Jan Machacek ihr Performance cum Videoinstallation. In der Galerie Jünger entstehen aus dem Wechselspiel zwischen bewegtem Körper und dessen Projektionen Dialoge und Interaktionen, Überblendungen und Vervielfachungen. Die Gemälde der Ausstellung von Rudolf Gössl spielen dabei eine zentrale Rolle.