rubiesEin tanzbestimmtes Wochenende in drei Etappen in Berlin: Die Foundation Dance & Creative Wellness lud Experten aus dem Gesundheits- und Wellnessbereich, Tänzer und Bewegungspraktiker in ihrem zweiten Forum zum Gedankenaustausch in die Studios des Staatsballetts Berlin. Das Ensemble tanzte am Abend jeweils unterschiedliche Programme im Schillertheater. Ein Besuch in der Staatlichen Ballettschule Berlin rundete mein intensives Programm ab.

ghost1Das Handlungsballett sei passé, wird immer wieder behauptet. Mit „Gespenster / Ghosts“ straft Regisseurin Marit Moum Aune und Choreografin Cina Espejord diese Vermutung jedoch Lügen. Das Norwegische Nationalballett zeigte im Theater an der Wien, wie man heute mit Tanz eine Geschichte erzählt und überzeugte mit dem Ballett "Ghosts / Gesepnster" auf Grundlage von Henrik Ibsens Drama und mit der kongenialen Musik des Jazzmusikers Nils Petter Molvær.

wachterKatja Wachter und James Newton begeistern im Hoch X mit ihrer Tanz-Musik-Sprach-Performance „NichtIch“.  Zwei Bühnentiere im Probenlabor. Sich selbst und ihrem Streben, Kunst erschaffen zu wollen, ausgesetzt in einem von nüchtern-schwarzen Wänden eingefassten Bassin. Als das Publikum auf der ungewohnt erhöhten Tribüne im vollbesetzten Münchner „HochX“ zur Ruhe kommt, beginnen sich beide zu regen.

AntoineKarussell des Lebens. In „Jean und Antonín“ lassen Karl Alfred Schreiner und Michael Keegan-Dolan das Gärtnerplatz-Ballett zu zwei energiegeladenen Sinfonien tanzen. Was die beiden sehr heterogenen Uraufführungen offensichtlich verbindet, ist die von abstrakten Gedankenwelten sinfonischer Musik inspirierte Auseinandersetzung mit Vergänglichkeit sowie dem Verlöschen physischer Existenz und Kraft.

protagonist1Auf blutrotem Samtboden lässt der schwedische Choreograf Jefta van Dinther in „Protagonist“ eine schwermütige Clubbing-Dystopie erblühen. 13 Tänzer und Tänzerinnen des Cullberg Ballet feiern bei Musik des schwedischen Popstars Elias Sahlin  im Tanzquartier Wien eine implodierende Revolution und eine Rückkehr zum Primatentum. Das elegische Timbre von Elias lässt dabei Endzeitvisionen aufkommen, wenn er von schlaflosen Nächten, von Stimmen im Kopf erzählt, die langsam das Kommando übernehmen.