Tanz und mehr über Tanz über Bewegung über Theater über Tanzgeschichte über Community Dance über Ausstellungen über Film über Tanzaufführungen über Performance über Musik über Tanzvermittlung über Tänzer über Tänzerinnen über Tanztraining über Tanzkritiken über Tanzevents über Kultur über Körper über Spitzentanz über Modern Tanz über zeitgenössischen Tanz über afrikanischen Tanz über Flamenco über Cirque nouveau über Rhythmus über Urban Dances über Hip Hop

Hollentanz1Wenn das Festival Osterklang das Motto „Tanz“ ausruft, dann lässt sich das Hölle-Ensemble nicht lange bitten, und lädt zum „Höllentanz“. Das legendäre Cabaret im Souterrain, dem heutigen Pausenfoyer des Theaters an der Wien, war in der Zwischenkriegszeit ein beliebter Auftrittsort für TänzerInnen wie Cleo Darmora, Claire Bauroff oder Grete Wiesental. Ein verspätetes Debut in der Hölle gab nun am 6. April 2017 Loïe Fuller mit dem „Serpentinentanz“.

Wallende weiße Stoffbahnen, farbig angestrahlt, die Arme durch Stäbe verlängert; Georg Wacks & Co haben sich sichtlich Mühe gegeben, der „Göttin des Lichts“ ihre Ehre zu erweisen. Auch mit ihren Figuren in Anlehnung an das kubistische Ballett „Parade“ waren sie durchaus auf historische Werktreue bedacht – naja, fast halt. Keinesfalls beschränkte sich dieses fantasievolle Cabaret-Programm auf abgegriffene Tütü-Parodie. Nur „Der Schwan“ hing derart gewandet in einer zeitgenössischen Version am Karabinerhaken von der Decke. Doch zu „Schwanensee“-Klängen erschienen nicht die Gefiederten, sondern geisterten die in weiße Burkas gehüllten Gespenster (Überbleibsel des vorangegangenen Gastspiels des Norwegischen Nationalballetts) torkelnd durch den Raum. Dafür lernte man „Tanzmeister Chlawatschek“ kennen, erlebte „Wenn Sonja russisch tanzt“ oder wie sich Cariocas „Von Paris nach Brasilien“ singen und tanzen.Hollentanz2

Die Show endete „In Großwardein“, in der das gesamte Ensemble (neben Regisseur Georg Wacks sind das Elena Schreiber, Stefan Fleischhacker, Robert Kolar und Martin Thoma) im orthodox jüdischen Outfit schwofte.  Musikalisch wurden die Darsteller bei ihren Höllentänzen kongenial vom Ensemble „Albero Verde“ begleitet. Und, nicht zu vergessen, vom Publikum, das im Finale Chor und Corps verkörpern durfte.

„Höllentanz“ ist ein äußerst gut gelauntes Programm, das mit klugem Witz alte jüdisch-wienerische Traditionen wieder zum Leben erweckt – kurz: ein Höllenspaß!

„Höllentanz“, Premiere am 5. April 2017 in der Hölle im Theater an der Wien, letzte Vorstellung: 7. April.