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claramairNach Nina Tonoli stellte Ballettchef Manuel Legris in dieser Serie der „Nussknacker“-Aufführungen mit Natascha Mair eine weitere  junge Corps-Tänzerin ins Rampenlicht. Die Clara in Nurejews Choreografie ist gleichzeitig ihr erster Auftritt in einer großen Solorolle an der Wiener Staatsoper. Die junge Wienerin – seit 2012 Mitglied beim Wiener Staatsballett – gab dabei ein viel versprechendes Debut.

Ängstlich ist sie nicht, weder in der Rolle der Clara, die das Rattenheer weniger in Panik als vielmehr in Angriffslust versetzt noch als Tänzerin. Denn Natascha Mair schlüpft offensiv in die Rolle der Solistin. Wüsste man es nicht, würde man nicht vermuten, dass diese Vorstellung ein großer Schritt in ihrer Karriere ist. Dabei überzeichnet Mair auch nicht, sondern bleibt durchwegs natürlich und flirtet wie ein Teenager mit ihrem Prinzen.

Als ihr Partner ist Denys Cherevychko, Erster Solist beim Wiener Staatballett, aber scheinbar überfordert.  Dabei überzeugt er zu Beginn als geheimnisvoll onkelhafter Drosselmeyer: er weiß die Kinder mit seinen Kunststücken zu faszinieren und Clara mit der Nussknacker-Puppe so zu betören, sodass sie von ihm als ihren Prinzen träumt. Doch als solcher macht Cherevychko keine gute Figur. Die Nervosität ist ihm deutlich anzusehen, die Hebungen in den Pas de deux wollen nicht gelingen. Nur in seinen Solo-Variationen brilliert er wie man es von ihm gewohnt ist.

Natascha Mair, die ihre Ausbildung an der Ballettschule der Wiener Staatsoper absolviert hat (und bereits zu Studienzeiten in dem Film „Just Ballet“ von Stephanus Domanig aufgefallen ist), besteht jedoch auch die schwierigen Variationen mit Bravour und scheinbarer Leichtigkeit. Kleine Unsicherheiten fallen dabei gar nicht auf, denn Mair hat eine sehr weiche, fließende Linienführung und agiert sichtlich unangestrengt, mit Selbstbewusstsein, technischer Sicherheit und jugendlichem Charme.

Insgesamt bereiteten das Wiener Staatsballett, die Studierenden der Ballettakademie und das Orchester der Wiener Staatsoper unter der Leitung von Paul Connelly auch in dieser Matinee den zahlreich erschienen kleinen und großen Zuschauern ein märchenhaftes Vergnügen.

Wiener Staatsballett: „Der Nussknacker“ am 5. Jänner 2014 (Matinee) in der Wiener Staatsoper