Metudes taran hashimoto cerevychkoit dem als „Hommage“ an das klassische Ballett zusammengefassten abwechslungsreichen Programm – „The Second Detail“ von William Forsyte, „Contra Clockwise Witness (For Ole)“ von Natalia Horecna und Harald Landers fein arrangierten „Études“ – konnte das Staatsballett auch das Abonnement-Publikum hörbar begeistern.

Eine Repertoirevorstellung, fast wie sie sein soll. Bestens funktioniert Forsythes rasantes Ballett „The Second Detail“ zur elektronisch hämmernden Musik von Tom Williams. Maria Yakovleva  macht ihr Debüt ebenso viel Freude wie Prisca Zeisel, die wie die anderen SolistInnen die exakten schnellen Bewegungen und die wenigen Ruhepausen schon in Beinen und Armen hat. Präzise wie ein Schweizer Uhrwerk schnurrt dieses schwierige Stück vor den Augen des wohlwollenden Publikums ab.

Entspannend wirkt danach Horecnas köstliches Ballett zwischen Himmel und Erde. Blondgelockte Engel (Debüt für Maria Alati) besiegen ihre schwarzen Kontrahenten und dazwischen geben Céline Janou Weder (als Hertha Struggle) und Anna Shepelyeva (als Braut von Gin Man Mihail Sosnovschi) ihr Rollendebüt. Das Publikum amüsiert sich köstlich und bedankt sich mit heftigem Klatschen und Bravorufen. contra clockwise polakova lazik

Um auf den kleinen Einwand – “fast” – zurückzukommen: In den „Études“ waren die Herren schon etwas unkonzentriert und müde und wurden von den zauberhaften Ballerinen in Schwarz und Weiß sichtbar ausgestochen. Kiyoka Hashimoto ist eine fragile Ballerina, die die reine klassische Schule ebenso beherrscht wie die romantische Attitüde. Ester Ledán, Flavia Soares und Maria Tolstunova umflattern als Sylphidentrio den von ihnen hingerissenen Roman Lazik – romantischer geht es nicht.

the second detail  yakovlevaSpannung erzeugt das Solistenpaar Denys Cherevychko und Dumitru Taran. Der eine, Taran, als Rollendebütant elegant mit perfekter Beinarbeit, der andere, routiniert und dennoch mit begeisterndem  Einsatz und hinreißender Dynamik über die Bühne wirbelnd. Spontaner Zwischenapplaus war beiden beschieden.

Ballett-Hommage (Forsythe, Horecna, Lander), 11. Dezember 2014, Staatsoper.

Weitere Vorstellungen des abwechslungsreichen Programms in unterschiedlicher Besetzung: 17., 29. Dezember, 13., 17. Jänner, 23., 26. März 2015.