imprograz„Improvisation mit Musikern“ – der Titel der 3.Tanz Nite dieser Saison kommuniziert selbsterklärend den Inhalt; und doch war das Wie offen und der dichte Abend mit seinem 1 ½ stündigen Programm mit Überraschungen belebt - bei einem nahezu didaktisch aufbereiteten Konzept zum Thema: Wie beginnt in einer Improvisation die Synthese zwischen Musik und Tanz? Wie entwickelt sie sich und wie findet sie ihr Ende?

Dass Live-Musik für eine derartige Intention fast ein Muss ist, liegt auf der Hand. Dass die Musiker von so eigenwilliger, hoher Qualität sind, nicht unbedingt. So aber waren sie schon nahezu der Garant für einen gelungenen Abend: am Bass und an der Gitarre Reinhard Ziegerhofer, an der Geige Boris Mihaljcic und schließlich Vesna Petkovic, Sängerin mazedonischer Lieder, die - mit der entsprechenden Software -, eine Live- Variation von sich selbst zum besten gab.

Dies schmälert natürlich nicht die Wichtigkeit der 18 TänzerInnen, also der vollständigen Compagnie des Grazer Opernhauses, und auch nicht ihr Können, das gerade in seiner Unterschiedlichkeit im Bereich des Improvisierens erhellenden Einblick in die hierbei gegebenen Anforderungen bot.

Auch die Notwendigkeit eines Choreographen und Moderators (Darrel Toulon) war unbestritten: Selbst wenn bei der Frage an das Publikum, was Choreographie bedeute, die Antwort lautete: Diese Compagnie arbeite so gut zusammen, dass eine solche nicht notwendig sei.

Gerade an diesem Abend konnte dem Publikum anhand der Erklärungen Toulons bewusst werden, wie sehr die Gesamtheit eine Summe aus unzähligen feinen Einzelheiten ist: vom Licht über die Raumnutzung, der Konstellation zueinander, all das und vieles mehr müsse durchdacht sein, denn nur so werde aus einem Impuls – gegeben vom Tänzer oder vom Musiker – ein sinnstiftender Dialog aller.

Konsequent wurde anhand unterschiedlicher Vorgaben (etwa ein vom Publikum vorgegebenes Thema oder Improvisation zu bekannter, unbekannter oder geänderter Musik beziehungsweise Vergleichbares von Seiten der Musiker) und den dazugehörenden praktischen Tanz-Beispielen die Arbeit mit dem „gesteuerten Zufall“ , dieser Form der Improvisation, griffig gemacht, wurde die Wirkungsweise von „Anhaltspunkten“ zwischen Anfang und Ende einer Paraphrase bewusst und die Qualität von „ Impulsen“ sichtbar. Lustvoll geballte Information, die auch so aufgenommen wurde, wie einerseits bei der „fachlichen“ Interaktionen mit dem Publikum spürbar war und nicht zuletzt bei der überraschend freudig angenommenen Aufforderung zu einem gemeinsamen Abschlusstänzchen auf der Bühne.

Tanzkompanie Graz 3. TanzNite am 20. November 2013, Opernhaus Graz – Studiobühne