monkeybusinessÁkos Hargitay Company Two in One mit Michaela Hargitay) hat seine eigene Bewegungssprache entwickelt, in dem er Tanz mit dem jugendkonformen Trends von Street und Urban Art kombiniert. Eindrucksvolle akrobatische Stücke, die von den Tänzern Kraft und Präzision verlangen, sind das Ergebnis. Im neuen Stück „Monkey Business“ tanzen die Performer im Dschungel im wahrsten Sinn des Wortes über dem Abgrund. In einem Gestänge sind sogenannte Slacklines gespannt, auf denen balanciert wird. Der Boden wird erst beim Schlussapplaus berührt.

Hargitay hat aber nicht die Absicht, nur eine hervorragende, äußerste Konzentration, Präzision und Koordination fordernde akrobatische Übung zu zeigen. In „Monkey Business“ sollt es um höhere Werte und Gesellschaftspolitik gehen. Die Verschwendung der Zeit, der Ressourcen (geistige wie ökonomisch), Konkurrenzstreben und das Voranstellen läppischer persönlicher Vorteile zum Nachteil des Gemeinwohls, also lauter ethisch honette Themen, konnte man bei den Balanceakten der beiden Performer ( Thales Weilinger, Petr Ochvat) assoziieren. Hinauf (in mehr etwa 2,70 m Höhe) und hinunter, immer noch hoch genug über dem Boden, turnen die beiden Darsteller, die sichtlich nicht als Freund agieren. Sie rutschen und klettern, balancieren und kriechen, baumeln auch kopfüber in ihrem alltäglichen Business, in dem keiner den anderen hochkommen lassen will und Abstürze inbegriffen sind. Nur wenn sie das gesamte Gerüst ins Schwanken bringen, dann sind sie sich einig.

Es ist auch für ein junges Publikum (14 +) verständlich, was Hargitay uns sagen will, doch der große Bogen fehlt, es kommt kein Drive in diese so auf Genauigkeit und ein ausbalanciertes Gleichgewicht des Einzelnen ausgerichtete Show. Hätte ich nicht in der Vorschau gelesen, worum es im Subtext der vordergründigen Akrobatik geht und daher jede Bewegungssequenz genauestens abgeklopft, wäre ich staunend bei einer verblüffenden Akrobatikvorstellung gesessen und hätte diese nur deshalb nicht für puren Zirkus gehalten, weil Ákos Hargitay mit seine Frau Michaela eben Tänzer, Choreograf, Künstler ist. In dem Fall sehe ich die Botschaft, doch mir fehlt die Überzeugung. Was aber den jugendlichen Zuschauern, für die „Monkey Business“ gedacht ist, egal sein wird. Sie werden sich gleich alle für Kurse in Slacklining anmelden.

Ákos Hargitay / Company Two in One: „Monkey Business“, Premiere im Dschungel, 23. September 2013.

Weitere Vorstellungen 25 und 26. September 10.30 und 19.30 Uhr.