donquixote masayu ninaSchwungvoll und bester Laune zeigten sich nicht nur Nina Poláková und Masayu Kimoto in den Hauptrollen von Rudolf Nurejews „Don Quixote“, sondern auch Kevin Rhodes und das Orchester der Wiener Staatsoper. Das vom Publikum geliebte Ballett steht in der kommenden Saison nicht auf dem Spielplan.

Zwei Rollendebüts junger Tänzerinnen machten die erste Vorstellung der Abschluss-Serie von „Don Quixote“ besonders interessant. Prisca Zeisel brillierte, ganz spanisch, als Straßentänzerin. Mit Temperament und Eleganz bezauberte sie auch Roman Lazik, der einen fröhlichen Espada tanzte. Gemeinsam mit Alice Firenze und Yuki Sento tanzte sie auch im Pas de trois der Dryaden. Die im vergangenen Herbst von der Schule in die Compagnie aufgenommene Natascha Mair konnte mit Liebreiz und sicherer Beinarbeit als Amor begeistern. So war das Damentrio im 2. Akt (Olga Esina / Königin der Dryaden, Nina Poláková / Dulcinea, Mair / Amor) ein heftig beklatschter Höhepunkt, dieses an tänzerischen und unterhaltenden Höhepunkten reichen Balletts zur Musik von Ludwig Minkus.

Masayu Kimoto ist ein schelmischer und gewitzter Basil, der eindeutig von seiner Kitri (Poláková) dirigiert wird. Die weiß genau was sie will, ist weniger anschmiegsames Kätzchen als mit stupender Technik betörende dominante Partnerin. Kamil Pavelka und Christoph Wenzel zeigten als Don Quixote und Sancha Pansa schon im Vorspiel, die allgemeine Lust der Compagnie an diesem Abend. Verdienten Sonderapplaus erhält immer wieder der gelenkige Richard Szabó, der sich als „Zigeuner“ auch vom durch Dirigent Rhodes vorgegebenen rasanten Tempo nicht irritieren lässt. Was dem Corps der Damen nicht so leicht gelingt, die schnellen „spanischen“ Taktarten fordern höchste Konzentration.

Wie erfolgreich die Wiederaufnahme von Nurejews für Wien geschaffene Choreografie ins Repertoire ist, zeigte an diesem Abend auch das vor allem aus Opernliebhaberinnen bestehende Abonnementpublikum: Der Jubel klang fast so, als hätten la Garanca und el Alagna getanzt. Pardon, die beiden Stars sind einen Tag später auf der spanischen Bühne: „Carmen“ wird erstochen. Für Kitri und Basil fließt kein Blut. Sie dürfen den schwierigen Hochzeits-Pas-de-deux tanzen und mit drehenden Rückwärtssprüngen und Fouettés en tournant ihr Glück machen.

"Don Quixote", Ballett in einem Prolog und drei Akten nach Mrius Petipa, Choreografie und Regie: Rudolf Nurejew. 29. Mai 2013, Wiener Staatsoper.

Nächste Vorstellungen: 31. Mai (Yakovleva / Shishov), 3. Juni (Debüt Davide Dato / Kiyoka Hshimoto), 15., 17., Juni (Yakovleva / Cherevychko) 19. Juni (Poláková / Gabdullin).