Gallim DanceWie jedes Jahr ist auch heuer bei den Tanztagen im Linzer Posthof wieder Neues zu entdecken - diesmal die New Yorker Compagnie Gallim Dance, die ihr Österreich-Debut gab. Es bleibt zu hoffen, dass die lustvolle, energetische und humorvolle choreografische Handschrift der künstlerischen Leiterin Andrea Miller hier bald wieder zu erleben ist.

Die 30-jährige Absolventin der Julliard School war Tänzerin beim israelischen Batsheva Ensemble bevor sie 2007 ihre Compagnie gründete. Inzwischen ist die internationale Tanzwelt bereits auf sie aufmerksam geworden. 2012 war sie zum Beispiel Gastchoreografin beim NDT II.

Zwei Stücke präsentierte Gallim Dance an diesem Abend in Linz: „Mama Call“ thematisiert in einer losen Szenenfolge Momente der sephardisch-jüdischen Diaspora in rasanten Gruppenszenen und intimen Duos. Auffallend an Millers Stil ist die berstende Energie, mit der die sieben TänzerInnen über die Bühne fegen, die rhythmisch komplexen Arrangements sowie die raffinierte räumliche Gestaltung der Choreografie.

Während „Mama Call“ neben volksfestähnlicher Ausgelassenheit auch dunkle Momente hat, bleibt die Stimmung im zweiten Teil des Abends durchwegs hell und heiter. Zum rhythmischen Sound von Balkan Beat Box verwendet Miller in „Pupil Suite“ ein völlig anderes Bewegungsvokabular.

Witzig die Szene, in der eine Tänzerin auf dem Boden robbend ständig ihre Gliedmaßen verknotet in ihrer Anstrengung aufzustehen. In einer anderen Szene begegnen einander zwei Männer in einem athletischen Duett, dann wiederum ist die Bühne ganz im Bann einer quicklebendigen Ensemblechoreografie – und immer bringen die hervorragenden sieben TänzerInnen Andrea Millers rasante und bunt-bewegte Bilder mit Augenzwinkern zum Funkeln und Strahlen.

Gallim Dance: „Mama Call“ /  „Pupil Suite“ am 6. April 2013 im Posthof im Rahmen der Tanztage 2013.