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madeinaustriaAuf der Suche nach Glück. Oleg Soulimenko, der aus Russland stammende Choreograf und Regisseur von „Made in Austria“, könnte selbst einer von ihnen sein. Einer der neun Menschen aus unterschiedlichen Ländern, die sich Österreich als Wahlheimat auserkoren haben.

Was bewegt die Menschen, Österreich als Heimat zu wählen? Die Frage stand am Beginn der Auswahl der neun MigrantInnen, die im Rahmen des forum festwochen ff, im sich drehenden Restaurant des Donauturms jeweils vor Gruppen von 15 Zuschauern ihre zehnminütigen Lebens-Performances spielen oder von sich und ihrem Leben erzählen. Vor den Fenstern der wechselnde Blick auf Wien, eine lebendige Kulisse, in der die Akteure des Lebens auch in ihrem Alltag eine aktive Rolle spielen.

Gelungene Integration war eine der Vorgaben und die Fähigkeit, seine Geschichte auch mehrmals an einem Abend vor den im Kreis angeordneten Zuschauer-Gruppen lebendig zu präsentieren. Geschichten wie die des aus Indien stammenden Parfümeurs Yogesh Kumar, der die persönliche Duftnote einer Person mit den Elementen Wasser, Feuer, Erde und Luft vervollkommnen kann. Oder die der gebürtigen Armenierin, die die Unruhen in ihrem Land zum Anlass genommen hat, ihrem die Tochter allzu behütenden Elternhaus zu entkommen. Sie ist Opernsängerin und erzählt von der Disziplin, die ihr Job von ihr verlangt.

Der aus London stammende Richard Dixon, dessen Vater von Jamaika nach London ausgewandert war, hat zuerst Elektrotechnik und Elektronik studiert und wurde Lehrbeauftragter an der Universität von Westminster. Dann machte er eine Ausbildung zum Baumschneider und wanderte nach Wien aus. Er erzählt von seiner Arbeit, von den Reaktion der WienerInnen, wenn er an die Tür klopft, um einen Auftrag seiner Firma auszuführen.

Die Frage nach dem „Wer bin ich überhaupt?“ war für die DarstellerInnen ihrer persönlichen Geschichten nicht einfach, es war eine Entdeckungsreise in das eigene Ich. Die in Deutschland geborene Yasemin Kazanci-Friesenbichler, die mit 12 Jahren mit ihren Eltern in die Osttürkei ging und über Facebook ihren Ehemann in Österreich kennenlernte, wollte einmal die Herausforderung spüren, über sich selbst sprechen zu müssen. Im normalen Leben unterrichtet sie Deutsch und Türkisch und prüft für das Österreichische Sprachdiplom.

„Made in Austria“ Oleg Soulimenko, Uraufführung 31. Mai 2012, gesehen am 1. Juni 2012, im Restaurant des Donauturm.

Weitere Vorstellung 3.6.2012, 20:30 Uhr

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