Bakchen16Ein weißer Palast aus sich auftürmenden Kanten und Schrägen. Davor neigt sich ein Plateau der Rampe entgegen. In Wim Vandekeybus’ körperbrachialer und kolossal bildgewaltiger Adaption von Euripides antikem Versdrama „Die Bakchen – Lasst uns tanzen“ verläuft die Grenze des Königreichs Theben genau hier: zwischen abstrakter Bühne und rotgoldverziertem Zuschauerraum.

Onegin1„Onegin“ von John Cranko gehört zu den seltenen Abendfüllern auf der Tanzbühne, die sich in ihrer Wirkungskraft wohl niemals abnützen. Vielleicht hat Ballettchef Igor Zelensky gerade deshalb – exakt zu seiner Vertragshalbzeit – eine Wiederaufnahme angesetzt. Nach nur einem Jahr Pause, dafür mit intensiven Proben für gleich mehrere nachrückende Besetzungskandidaten.

exorzist1Ob große Tragödien, Vintage-Komödien, Horrorfilme, große Oper oder epische Kinoschinken - Bronski & Grünberg unter der Leitung von Alexander Pschill macht daraus witzig-schnelles Theater, das dem Boulevard ebenso huldigt wie kluger Unterhaltung. In der Inszenierung von „Der Exorzist“ ist Dominic Oley sehr frei mit dem Stoff aus dem gleichnamigen Film (1973) umgegangen. Einerseits.

baryshnikov1Lyrik, gelesen, gesprochen und ganz zart in Bewegung gegossen, die Auseinandersetzung von Mikhail Baryshnikov mit seinem Landsmann und langjährigen Freund Joseph Brodsky ist eine leise, unaufgeregte Sache. Nur ein charismatischer Tänzer wie Baryshnikov kann mit einer derart zurückhaltenden Inszenierung wohl ein Publikum 90 Minuten lang fesseln.

Lewis1Missverständnis Leben. Niedergebügelt wird, wer aus der Reihe tanzt. Dabei macht gerade der Unterschied die Welt und ihre Menschen interessant. Nach „minor matter“ im vergangenen Sommer gastierte Ligia Lewis nun mit ihrer aktuellen Produktion „Water Will (In Melody)“ im Rahmen der internationalen Wochen gegen Rassismus erneut an den Münchner Kammerspielen.