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Freitag, 25. Oktober 2019
Freitag, 25. Oktober 2019
  • Freitag, 25. Oktober 2019 | 09:00 - 12:00  | Internationale Theaterpädagogik - Tage 2019 in Brixen/Südtirol | | 

    Theaterpädagogik - Tage 2019 in Brixen /Südtirol

    Was ist Theaterpädagogik?

    Was bewirkt sie?

    Wer darf sich Theaterpädagoge/in nennen?

    Die Internationalen Theaterpädagogik Tage sollen die Diskussion und die Reflexion über diese Fragen auf den Weg bringen.
    Ziel ist es, die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten der Theaterpädagogik bekannter zu machen, Methoden vorzustellen, die in Südtirol weniger bekannt sind und vor allem eine Vernetzung der Südtiroler Theaterpädagogen/innen mit Fachleuten aus dem In- und Ausland.

    Die Vorträge:

    Was bewirkt Theaterpädagogik?
    Claudia Bühlmann (CH, A)

    am 25. Oktober 2019 von 10:30 - 12:00 Uhr

    Theaterpädagogik und Kunstvermittlung - sie haben in Bildung, Kunst und im Alltag Einzug gehalten. Im komplexen Spannungsfeld der Darstellenden Künste und der Pädagogik hat sich diese Disziplin in den letzten Jahrzehnten rasant entwickelt. Was bewirkt denn Theaterpädagogik genau? Was ist das neue Dritte, das aus dem theaterpädagogischen Schaffensprozess entsteht?
    Der Vortrag wird in referierenden und interaktiven Teilen mit den Zuhörenden gemeinsam diesen und weiteren Fragen nachgehen.
    Arbeitssprache: Deutsch

    Theaterpädagogik - Didaktik probieren!
    Ulrike Hentschel (D)

    am 26. und 27. Oktober jeweils von 9:00 - 12:00 Uhr

    Theaterpädagogik ist mehr als die bloße Summe von Theater + Pädagogik, mehr als ein pädagogisches Theater oder eine theatrale Pädagogik.
    Theaterpädagogik zeichnet sich dadurch aus, dass künstlerische und didaktische Praktiken im Arbeitsprozess eng miteinander verwoben sind. Praktiken wie Beobachten, Beschreiben, Intervenieren, Probieren beruhen sowohl auf künstlerischem als auch auf didaktischem Wissen. In der Werkstatt geht es darum, dieses Wissen praktisch zu erkunden und die damit einhergehenden Haltungen zu reflektieren.
    Mit welchem Theaterbegriff arbeite ich?
    Was heißt probieren?
    Was hat mein Selbstverständnis als Theaterpädagog*in beeinflusst?
    Welche Vorstellung habe ich von Bildung?
    Welche Position hat die Gruppe und welche haben die beteiligten Individuen im theaterpädagogischen Prozess?
     Diese und ähnliche Fragen sind entscheidend zur Bildung einer professionellen Haltung im theaterpädagogischen Feld. Der Begriff der „Haltung“ soll dabei keinesfalls statisch verstanden werden. Es geht vielmehr darum eine - im Sinne Brechts – „staunende Haltung“ zu entwickeln, die offen ist für überraschende Erfahrungen, sich wandelnde Kontexte und für Experimente.
    Arbeitssprache: Deutsch

    Die Workshops:

    Workshop 1: Die Kunst des Seins und des Spielens
    Claudia Bühlmann (CH, A)
    am 25. Oktober 2019 von 14 - 18 Uhr
    maximale Teilnehmerzahl: 24

    Der Workshop
    In „Die Kunst des Seins und Spielens“ erleben Sie im Workshop einen durchgehenden Bogen von der Bewegungs- über die Improvisations- bis hin zur darstellerischen und szenischen Arbeit. Alles wird aus drei Blickwinkeln beleuchtet, dem des Seins, dem des Spielens und dem ihrer Schnittmengen. Sie ist ein Persönlichkeits- Kommunikations- und Kreativitätstraining in Partner- Kleingruppen und Großgruppenarbeit.
    Sie erhalten ein Handwerk zur intensiven szenischen und chorischen Arbeit. Sie findet so statt, dass in Paaren, Klein- und vor allem auch Großgruppen alle Personen in einem Flow in die gestalterische Arbeit eingebunden sind.
    Sie erleben so unterschiedlichste praktische Ansätze und einen theoretischen Input wie mit Menschen prozesshaft, schöpferisch vielfältig auf ein gemeinsames Ziel hingearbeitet werden kann, Z.B wie in kurzer Zeit ein Thema bearbeitet, ein Stück entstehen oder Unterrichtsinhalte über Theatertechniken vermittelt werden können.

    Workshop 2: Edu-larp: Erziehen und bilden durch Rollenspiele mit lebensechter Handlung
    Isabella Negir & Andrea M. Castellani (I)
    am 25. Oktober von 14 - 18 (edu-larp für Jugendliche und Erwachsene)
    und/oder am 26. Oktober von 14 - 18 (edu-larp für Kinder)
    Workshop in italienischer Sprache, mit deutscher Übersetzung
    maximale Teilnehmerzahl: 20

    Workshop 3: Methode Drama – Lernen fördern mit Methoden der Dramapädagogik und des Szenischen Spiels
    Karl Eigenbauer (A)
    25. Oktober von 14 – 18 Uhr – 4 Stunden
    und/oder am 26. Oktober von 14 – 18 Uhr
    Arbeitssprache: Deutsch
    maximale Teilnehmerzahl: jeweils 24

    Der Workshop
    Theaterpädagogische Arbeitsweisen sind nicht nur auf Schultheateraufführungen beschränkt. Szenische und dramapädagogische Verfahren können ebenso im Fachunterricht gewinnbringend eingesetzt werden. Die verwendeten Theatertechniken sind hier – als Mittel zum Zweck – immer mit einer pädagogischen oder sozialen Zielsetzung verbunden. Nicht die Qualität der Darstellung steht im Zentrum, sondern der Inhalt.
    Dramapädagogische Ansätze schaffen ein kreatives, ganzheitliches und handlungsorientiertes Erleben, Erfassen und Festigen von Unterrichtsstoff, an dem auch Körpersprache, Mimik und Gestik beteiligt sind.
    Sie beruhen auf zwei wesentlichen Prinzipien: Identifikation und Aufbau einer fiktiven Situation. Die fiktive Spielwelt schafft einen geschützten Rahmen, innerhalb dessen sich die Schüler*innen erproben können.  Die Schüler*innen identifizieren sich im dramapädagogischen Spiel mit Rollen, deren Einstellungen und Biographien sie kennen lernen sollen (z. B. auch in literarischen Texten). Die Übernahme fremder Identitäten eröffnet ihnen Erfahrungen, deren Zugang ihnen sonst verwehrt bliebe und in denen sie mit Überzeugung handeln (z. B. auch in der Fremdsprache).
    Der Workshop vermittelt ein Basisrepertoire an drama- und theaterpädagogischen Methoden und Techniken (Heißer Stuhl, Stimmenskulptur, Standbilder Gedankenallee etc.) unter Einsatz verschiedenster Impulse (Prosatexte, Lyrik, Bilder, Sachthemen, …). In den Unterrichtsbeispielen werden möglichst viele Altersstufen berücksichtigt sein, die Methoden und Techniken sind dabei auswechselbar und übertragbar.

    Workshop 4: Die Meisner Methode – Authentizität im Augenblick
    Nicholas Humphrey (UK, D)
    25. und 26. Oktober jeweils von 14 – 18 Uhr (insgesamt 8 Stunden)
    Arbeitssprachen: Deutsch, Englisch
    maximale Teilnehmerzahl: 20

    Der Workshop
    Warum fiebern wir beim Fußball mit, während wir uns im Theater oft langweilen? Weil im Gegensatz zum Theater Akteur/innen und Zuschauer/innen eines Sportwettkampfes nicht wissen, was im nächsten Moment passieren wird. Basierend auf dieser Erkenntnis entwickelte der Schauspiellehrer Sanford Meisner eine Methode, die der Quadratur des Kreises gleichzukommen scheint: den Schauspielern soll ermöglicht werden, in einem bekannten Stück mit einstudiertem Text von Augenblick zu Augenblick authentisch und unvorhergesehen zu agieren. »Acting is re-acting« ist seine Maxime.
    Nicholas Humphrey gibt in seinem Workshop eine praktische Einführung in die Meisner-Methode. Im Mittelpunkt stehen die Schärfung der eigenen Wahrnehmung und Wahrhaftigkeit, das Ausloten des persönlichen emotionalen Spektrums sowie das Entdecken ungeahnter Möglichkeiten in Text und Spiel. Ein Workshop für alle, die das SPIEL in Schauspiel groß schreiben und sich fragen, wie das mit einem festgeschriebenen Text vereinbar ist.

    Workshop 5: Jeux Dramatiques
    Mechthild Vigl (I)
    25. Oktober von 14 – 18 Uhr (Einsteiger*innen)
    26. Oktober  von 14 – 18 Uhr (Kenner)
    maximale Teilnehmerzahl: 20

    Der Workshop
    Die Jeux Dramatiques, übersetzt mit: „Ausdrucksspiel aus dem Erleben“, sind eine Theatermethode, die in verschiedenen Bereichen der Pädagogik, der Erwachsenenbildung und der Kunst eingesetzt wird.
    Charakteristisch dabei ist, dass ohne Sprache, mit Einsatz von Mimik und Gestik gespielt wird. Im Mittelpunkt stehen das eigene Erleben, sowie die Freude am gemeinsamen Spiel in der Gruppe.
    Ohne Leistungszwang werden Gestaltungskraft, Phantasie, soziales Lernen, Lebensfreude und Ausdrucksfähigkeit gefördert. Die Jeux Dramatiques sind ein wertvoller Beitrag zur Stärkung des Selbstwertgefühls und persönlichen Wachstums.

    Workshop 6: Spielen was ist ... und was sein kann - Forumtheater
    Maria Hofer (I)
    25. und 26. Oktober jeweils von 14 – 18 Uhr (insgesamt 8 Stunden)
    Arbeitssprache: Deutsch
    maximale Teilnehmerzahl: 20

    Der Workshop
    In diesem Workshop gebe ich einen Einblick in das Theater der Unterdrückten Augusto Boals und wie er mit den Mitteln des Theaters die Anliegen der Menschen erforschte mit ihnen Handlungsalternativen erprobte.
    Den Schwerpunkt bildet das Forumtheater. Gemeinsam schaffen wir über Spiele und Übungen, mit Hilfe des Bildertheaters und über das Erzählen bewegte Szenen und setzen uns mit den Figuren und ihrem Hintergrund auseinander. Eine Werkschau soll die Möglichkeit bieten, zu erleben, wie neue Handlungsimpulse wirken. Dabei eröffnet sich für SchauspielerInnen  wie „Zuschauspieler*innen“ ein Raum gemeinsamen Lernens, in dem eigene Perspektiven erweitert und neue Handlungsmöglichkeiten erforscht werden können.

    Workshop 7: Die Räuber - theaterpädagogische Zugänge zu einem literarischen Werk
    Thomas Troi und die Theaterwerkstatt PINK des TPZ Brixen (Elisa Pirone, Fabio Vitalba, Nathaly Ebner und Benedikt Troi)
    am 26. Oktober von 14 - 18 Uhr
    Arbeitssprache: Deutsch
    maximale Teilnehmerzahl: 24

    Der Workshop
    Am Beispiel des Klassikers „Die Räuber“ von Friedrich Schiller werden humorvolle, schräge, jugendgerechte Zugänge zu einem literarischen Werk vorgestellt und mit den Teilnehmern/innen praktisch handelnd ausprobiert. Neben dramaturgischen Überlegungen, Spielen und Szenenentwürfen zeigen vier junge Schauspieler*innen als Teil des Workshops eine schülergerechte Adaption des Stücks.

     

     

     

     ::  Theorie & Tagung