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Donnerstag, 28. Februar 2019
Donnerstag, 28. Februar 2019
  • Donnerstag, 28. Februar 2019 | 18:00 - 19:00  | Anna Prokopová/ Costas Kekis/ Andrea Gunnlaugsdóttir: Knuckles become clouds | Tanzquartier Wien | 

    Prokopová, Kekis und Gunnlaugsdóttir experimentieren damit, was ein posthumaner Körper kann und ein posthumanes Gehirn denkt. Sie hinterfragen die menschliche Wahrnehmung und affektive Zustände des Menschen. Der Mensch wird als eine Figur betrachtet, die in einer multisystemischen Welt der Interaktionen mit belebten und nicht belebten Wesen zwischen Abhängigkeit und Autorität schwankt. Diese Beziehungsmuster erinnern uns daran, dass der Mensch eine prothetische Kreatur ist, die nicht nur mit anderen Menschen und Spezies, sondern auch mit verschiedenen Formen von Technizität und Materialität zusammenwirkt. Vor diesem Hintergrund wird die hierarchische Ansicht des Menschen als Maß aller Dinge infrage gestellt: Im Fokus stehen horizontale anstatt vertikaler und hegemonialer Beziehungen. Die drei Künstler*innen zeigen mithilfe einer gemeinsamen körperlichen Praxis und einer auf Gedächtnis, Vorstellungskraft und unmittelbarem sensorischen Input basierenden Sprache eine Performativität des Posthumanen auf.

     ::  Aufführung

  • Donnerstag, 28. Februar 2019 | 19:30 - 20:30  | Oleg Soulimenko: Origins | Tanzquartier Wien | 

    Ein Anfang. Etwas entwickelt sich, scheint zu entstehen. Origins experimentiert mit den Wahrnehmungsmustern des Publikums, indem der Fokus auf unterschiedliche Ebenen geleitet wird. Origins zoomt auf winzige Details und wieder heraus, erfasst mikroskopische Zusammenhänge. Vorrangig sind es verschiedenste Objekte, die hier Bilder anderer Welten erschaffen. Sie sind abstrakt, alltäglich, funktional und zum Teil schwer erkennbar – so wie die sich entwickelnden, verzweigenden und abrupt abrechenden Erzählungen. Origins besteht aus unerwarteten Wendungen, surrealen Momenten, dem Wilden, Abstrakten und Unfassbaren, das am Anfang der Entstehung von Narrativen steht. Welche Rolle als Schöpfer*innen spielen dabei die Performer*innen, selbst dann, wenn sie nicht erkennbar sind? Welchen Einfluss nehmen die Zuseher*innen auf die Entwicklung, wenn sie dazu eingeladen sind, sich zu positionieren?

     ::  Aufführung

  • Donnerstag, 28. Februar 2019 | 20:00 - 21:30  | MIRAGE [something illusory] | Off Theater | 

    In MIRAGE [something illusory] beschäftigt sich die Choreografin Nadja Puttner mit der oft wie ein Trugbild erscheinenden Lücke zwischen Vergangenheit und Zukunft, die wir Gegenwart nennen, und in der wir uns nur allzu selten bewusst aufhalten. Der Titel des Stücks bedeutet soviel wie „Fata Morgana“ und ist eine Weiterführung ihrer intensiven Beschäftigung mit dem Phänomen Körpererinnerung und verbindet Tanz mit gesprochenem Text und Live-Musik.


    Inhalt:

    Zwei Frauen und zwei Männer treffen sich in einer Art Wartezimmer, in dem die Zeit still zu stehen scheint. Niemand weiß genau, worauf er eigentlich wartet, und wie lange es noch dauern wird. Man versucht für sich zu bleiben und die Zeit zu überbrücken: lesen, telefonieren, surfen. Aber dann versagen alle Geräte, und die Zeit steht still. Ohne die gewohnte Ablenkung führt kein Weg daran vorbei, sich mit sich selbst und seinen gegenwärtigen Empfindungen und Gefühlen auseinanderzusetzen. Der Raum erscheint plötzlich surreal und von der Außenwelt abgeschnitten. Ist das der lange gemiedene gegenwärtige Moment, aus dem es nun kein Entkommen mehr gibt? In der ansteigenden Nervosität prallen vier Charaktere aufeinander, und ein Ringen um Kommunikation und Gemeinsamkeit beginnt.

    Vor diesem Hintergrund konstruieren Nadja Puttner und das Ensemble UNICORN ART zeitgenössisches Tanztheater, das ausgehend von persönlichen Erfahrungen einen größeren, allgemeingültigen Zusammenhang sichtbar machen soll: Ist das Fehlen geistiger bzw. psychischer Anwesenheit in der Gegenwart tatsächlich das Zeichen unserer Zeit?

    „Der Philosoph Jean-Paul Sartre hatte Unrecht. Die Hölle sind nicht die anderen. Die Hölle ist das von sich selbst besetzte Ego, das keinen anderen und nichts Fremdes mehr zulässt“, schreibt die Philosophin Ariadne von Schirach. Steuern wir tatsächlich auf so eine Hölle zu?

    Choreografin Nadja Puttner: „Ist ein Präsenz-Zeigen im Alltag, ein „zur Verfügung stehen für das hier und jetzt“ nicht Grundvoraussetzung für Empathie, verantwortungsbewusstes Handeln, Zivilcourage, Solidarität oder einfach nur aktive Beteiligung an gesellschaftlichen Vorgängen?“. MIRAGE [something illusory] setzt sich intensiv mit diesen Fragen auseinander und spricht sich dafür aus, trotz aller Hindernisse ein Miteinander zu wagen und das Verbindende über das Trennende zu stellen.

    Das interaktive Bühnenbild von Geraldine Massing, die vierköpfige Live-Band unter der Leitung von Edoardo Blandamura, Tanz und gesprochene Textpassagen geben dem Stück seinen unverwechselbaren, interdisziplinären Charakter.

     ::  Premieren