Ballett kann kämpfen

Folgt auf Kresnik-Stück, -Symposium und -Buch die Gründung eines Choreografie-Zentrums in Bleiburg?

Die Europa-Ausstellung in Sankt Paul und Bleiburg „Macht des Wortes - Macht des Bildes“ ist zu Ende. Spürt Kärnten bald die Macht des Tanzes ? Immerhin strahlte Johann Kresniks theatralisches Eingreifen in die Europaausstellung mit der viel beachteten Inszenierung „Jura Soyfer - Auf uns kommt es an“, einer Ausstellung und dem Symposium „Ballett kann kämpfen“ von Bleiburg aus weit über Kärntens Grenzen hinaus.
Mit Unterstützung durch den Slowenischen Kulturverband gelang es, in einem dichten Programm nicht nur die künstlerische, sondern vor allem die gesellschaftspolitische Kraft des Tanzes am Beispiel Kresnik zu vermitteln. Dies alles kann nun im eben erschienen Band (LIT-Verlag) von Genia Enzelberger und Zdravko Haderlap nachgelesen werden. Wegbegleiter und Kenner von Johann Kresnik versuchen darin, den Begründer des choreografischen Theaters zwischen klassischem Ballett und Tanztheater zu positionieren. Zur Erklärung des Phänomens Kresnik, der ohne spezifische Körpersprache zum unverwechselbaren Choreografen avancierte, gesellt sich ein für Tanzlaien abgefasster Schnellkurs in Tanzgeschichte (mit Mut zur Kürze:: Anja von Witzler). Dazu kommen Skizzen und Szenenfotos von „Auf uns kommt es an“. Ein, schon wegen des Beitrags von Florjan Lipu_ („Die Feiertage“) und vieler kaum bekannter Details aus Kresniks Arbeitsweise empfehlenswertes Buch, das unter anderem beim Tourismusbüro Bleiburg aufliegt und zumindest eines glaubhaft vermittelt: Dass Ballett kämpfen kann. So ist auch die anlässlich des Kresnik-Symposiums gefasste Idee, in Bleiburg unter Kresniks Leitung ein Choreografie-Zentrum zu gründen, nicht abwegig. Es könnte die längst fällige Basis für den Tanz in Kärnten sein.

Andrea Hein

Submit am 24.11.2009

 

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