150 Minuten beim Ballett |
Auf der Dokumentarschiene der Viennale 09 ist auch das Ballet de l'Opera de Paris zu Gast |
Der amerikanische Dokumentarist Frederick Wiseman hat sich mit seinen Filmen auf moderne Institutionen spezialisiert. Er erkundet Spitäler, Ämter, Schulen, Gerichtshöfe, Gefängnisse und auch das Ballett der Pariser Oper. Paris deshalb, weil Wiseman in den 50 Jahren (er war Mitte 20) genau dort sein persönliches Filmtraining absolvierte, bevor er selbst mit der Kamera zu beobachten begann. Wiseman entdeckt die zahlreichen Facetten des Opernballetts, von Probestudios und Kostümräumen bis zu den Verwaltungsbüros. Doch natürlich steht der Tanz im Mittelpunkt, wenn die Choreografen mit dem Ensemble den Étoiles und Ersten Tänzern proben. So schön die Kunst des Tanzes ist, so begeisternd die Energie der bewegten Körper, Wiseman zeigt auch, welche Strategien angewendet werden müssen, um das Publikum und die Sponsoren anzulocken, damit das nötige Geld in die Kasse kommt. Ich glaube nicht, dass meine Filme neutral sind, denn ich glaube, es sind dramatische Filme. Ich versuche, sie so zu schneiden, dass sie eine dramatische Struktur bekommen. Für mich ähnelt das Schneiden eines Films dem Schreiben eines Theaterstücks oder eines Romans, weil sie alle eine dramatische Struktur besitzen. Diese Struktur hat einen Anfang, eine Mitte und einen Schluss; und in meiner Vorstellung haben die Sequenzen eine Verbindung untereinander. Was Wiseman behauptet, gilt nicht nur für Film, Theater und Roman sondern auch für Tanzaufführungen.
La Danse - Le Ballet de L'Opera de Paris. Dokumentarfilm von Frederick Wiseman. Kamera John Davey, Schnitt und Ton: Frederic Wiseman. Ime Rahmen der Viennale, Künstlerhauskino, 24.10, 18 Uhr; 26.10. 10.30 Uhr
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Ditta Rudle |
Submit am 16.10.2009
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