Carmen - Eine Spiel-Anleitung |
Zwölf Jugendliche tanzen am 26. April im Festspielhaus St. Pölten eine "Carmen"-Version, die Tonkünstler Niederösterreich spielen dazu. |
Klassische Ballettliteratur trifft auf zeitgenössischen Tanz im jüngsten Tanzvermittlungsprojekt "Carmen bewegt - eine Spiel-Anleitung" im Festspielhaus St. Pölten. Im Rahmen eines Kooperationsprojekts zwischen dem Festspielhaus St. Pölten und dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich zu Schtschedrins Ballettsuite Carmen treffen zwölf junge Amateur-TänzerInnen auf routinierte OrchestermusikerInnen. Die Choreografie stammt von Karin Steinbrugger, den Takt gibt der designierte Chefdirigent der Tonkünstler, Andres Orozco-Estrada, an.
Wie schon Rodion Schtschedrin in seiner "Carmen-Suite" die spanischen Elemente zurückdrängt und die Hits aus der Oper von Georges Bizet zu einer Ballettmusik für Streicher und Schlagwerk verdichtet hat, so nehmen auch die jungen Tänzerinnen in ihrer Arbeit vom spanischen Folklore-Image Abstand. Vielmehr interessiert das Team das Hinterfragen von Stereotypen und die Arbeit an den verschiedenen Facetten des Frauseins. Der beliebte Schaupieler Hubertus Zorell baut als Erzähler auf faszinierende Weise eine Brücke zwischen dem großen literarischen Stoff, der packenden Musik und dem ausdrucksstarken Tanz der jungen Frauen.
Seit August 2008 probt das künstlerische Leitungsteam mit den zwölf Mädchen, die zum Teil von Susanne Hofer, Kunstvermittlerin am Festspielhaus gezielt in verschiedenen vorangegangenen Projekten und Workshops, die im Festspielhaus St. Pölten in den letzten zwei Jahren stattgefunden haben, angesprochen wurden.
Zusätzlich wurde eine Ausschreibung über die Homepage www.festspielhaus.at und verschiedene Medien gemacht. Nach Auditions in St. Pölten und Wien war das Ensemble komplett.
Mit einem Teil der Mädchen zwischen 12 und 20 Jahren wurde im Vorfeld eine Fassung erarbeitet sowie Texte, Rahmenhandlung/ ErzählerInnen-Rollen etc. entwickelt und theaterpädagogisch erarbeitet. In der Vorbereitung haben verschiedene Mädchen ihre sehr unterschiedlichen Bewegungserfahrungen (klassisches Ballett, HipHop, Karate, Jazz, Modern, Musical etc.) eingebracht.
Mit verschiedenen Spielanleitungen und Übungen aus der Improvisation hat die Choreografin die Bewegungsweisen der Jugendlichen kennenzulernen. Aus der Beobachtung und Materialsammlung entstanden kleine Versatzstücke und Szenen, die es in den dramaturgischen Ablauf zu integrieren galt. Jeden Tag wurde sechs Stunden im Studio des Festspielhaus St. Pölten gearbeitet. Die Mädchen haben im ersten Block mit einer vom Dirigenten Andres Orozco-Estrada ausgewählten Aufnahme von Schtschedrins "Carmen-Suite" gearbeitet, hat. Ähnlich Übungen und Bewegunsfolgen wurden aber auch mit Musik probiert, die die Mädchen und die Choreografin aussuchten, um diese Erfahrung dann mit Schtschedrins Komposition vergleichen zu können.
Die Proben finden in der schulfreien Zeit (Sommerferien, Weihnachten, Semesterferien und Osterferien) im Ballettsaal des Festspielhauses St. Pölten statt. Nach jedem Intensiv-Probenblock erhalten die Mädchen einen Merkzettel mit Übungen, die sie Zuhause proben können.
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Redaktion |
Submit am 14.03.2009
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