33 Tempeltänzerinnen und ein Kronprinz |
Wenn das Opernensemble aus dem Haus ist, dann feiern die Ballettratten Kirtag. |
Orchester, Ensemble und SolistInnen der Wiener Staatsoper weilen in Tokio zu Gast. Anlass für das Ballettensemble und zahlreiche Gäste, ein Fest zu feiern. Nicht nur mit der Premiere von Kenneth MacMillans bejahrter Choreographie Mayerling, sondern auch mit einer Aufführungsserie der Bajadere und zwei Onegin-Abenden. Vom 28. Oktober bis zum 10. November stehen elf Ballettvorstellungen auf dem Spielplan der Staatsoper. Eröffnet wird der Reigen mit der Premiere von Mayerling, passend zu der Hauptfigur, dem Kronprinzen Rudolf, 150. Geburtstag. Ganz so alt ist die bunte Tanzrevue MacMillans noch nicht: 1978 wurde die Szenen aus Rudolfs Leben, Lieben und Tod zum ersten Mal aufgeführt. Dieses Ballett gehört nach Wien, schwärmt Ballettdirektor Gyula Harangozó. Bisher, so erzählt er, war die Übernahme der Historienshow der Staatsoper immer zu teuer. Nun aber hat auch das Ballett seine finanzielle Selbständigkeit und der Direktor kann unabhängig disponieren. Überdies stand das gesamte Paket gerade in Budapest, wo Mayerling im Repertoire war, zur Verfügung. Dort wird Geld benötigt, Harangozó konnte die gesamte Ausstattung billig übernehmen. Kein schlechter Kauf, denn Lady MacMillan, bildende Künstlerin und Rechteinhabern, soll von den Budapester Kostümen begeistert sein. Die Witwe des Choreographen wird auch der Wiener Premiere am 29. Oktober beiwohnen und wohl den britischen Tanzstar Robert Tewsley als unglücklichen Kronprinzen bewundern. In der 2. Vorstellung am 29. Oktober tanzt Gregor Hatala den Sohn Kaiserin Elisabeths. Für die Aufführungen der Bajadere (Choreographie von Vladimir Malakhov nach Marius Petipa) werden bereits mit Wien vertraute Gäste aus St. Petersburg erwartet: Viktoria Tereshkina, Yekaterina Osmolkina (Nikia / Hamsatti) und Andrian Fadeyev. Im berühmten Schattenakt erscheinen dem träumenden Solor (nach Fadeyev tanz Vladimir Shishov den noblen Krieger) 33 Tempeltänzerinnen - das gesamte weibliche Ensemble. In der Not einer Verletzung (oder Schwangerschaft) bekommen Schülerinnen der letzten Klasse der Ballettschule eine Chance. Den Abschluss der Aufführungsserien bilden zwei Vorstellung von John Crankos Onegin. Tamás Solymosi tanzt mit Aliya Tanikpaeva als Tatjana die Titelrolle; als Lenski ist Ivan Putrov zu Gast. Putrov, der zum ersten Mal in Wien tanzen wird, ist in Kiew geboren und wurde an der Royal Ballet School ausgebildet. Seit 2002 ist er Principal Dancer im Londoner Ensemble und hat den zartbesaiteten Dichter in sämtlichen Fasern seines Körpers. Am 23. November hat der aus der Staatsoper ausgesiedelte Nussknacker (Choreographie Gyula Harangozó) in der Volksoper Premiere ; im Dezember steht fünf mal Giselle auf dem Programm der Staatsoper.
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Ditta Rudle |
Submit am 23.10.2008
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