25 Jahre ImPulsTanz: Ein Fest unter Freunden |
Im Jubiläumsjahr erhält ImPulsTanz eine neue CI und gibt sein Programm früher als gewöhnlich bekannt. Erste Vorboten auf den heißen Tanzsommer sind bereits im Juni im Theater an der Wien zu sehen. |
Der Blick auf unsere Vergangenheit weist uns die Richtung für die Zukunft, schreibt Karl Regensburger, künstlerische Direktor von ImPulsTanz in seinem Vorwort zur Jubiläumsausgabe seines Festivals. Der Erfolg gibt ihm Recht, und der Blick zurück macht ihm alle Ehre: In seinen 25 Jahren hat das ImPulsTanz - Vienna International Dance Festival einen großen Freundeskreis aufgebaut. Über 3000 Tanzbegeisterte füllen jeden Sommer die Hallen des Arsenals wo Mutige unter Anleitung hochkarätiger DozentInnen ihre ersten Tanzschritte wagen und Profis sich Tipps und Tricks von angesagten KünstlerInnen des zeitgenössischen Tanzes holen. Mit klug konzipierten, internationalen Kooperationen und Stipendienangeboten werden TänzerInnen aus der ganzen Welt nach Wien zum größten Tanzfestival Europas gelockt. Denn hier können sie nicht nur aktiv ihre Tanzleidenschaft ausleben, sondern sich auch eine Vielzahl aktueller Produktionen ansehen. Seit einigen Jahren hat Regensburger einen weiteren Partner ins Tanzboot geholt: das Theater an der Wien. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Institutionen konzentriert sich seit drei Jahren auf die Präsentation der Compagnie Rosas von AnneTeresa De Keersmaeker. Im Juni gastiert die Gruppe zum dritten Mal im neuen Wiener Opernhaus, diesmal mit den bereits legendären Choreografien, aber auch neuen Stücken der belgischen Choreografin zu Steve Reich-Musik, live gespielt vom Ictus-Ensemble. In gewisser Weise sind sich De Keersmaeker und ImPulsTanz durchaus ähnlich: beide setzen auf Kontinuität und setzen ihre Schritte der Erneuerung scheinbar unmerklich. Oft wird man sich der Veränderungen und Erweiterungen ihres Repertoires erst nach einigen Jahren bewusst. Über die zweifelsohne bemerkenswerte künstlerische Entwicklung von De Keersmaeker kann man sich bei ImPulsTanz 2008 mehrfach überzeugen: Einerseits mit dem historischen Programm (mit neuen Einsprengseln) im Theater an der Wien, andererseits mit der neuen Produktion Zeitung, indem sie mit dem Pianisten Alain Franco die unbeständige Beziehung zwischen Musik und Tanz thematisiert und eine musikalische Brücke über das Werk von Bach und Webern in die Jetztzeit schlägt. Gleichzeitig stellt sich natürlich die Frage, warum eine Künstlerin, die einen derart prägnanten, eigenständigen und erfolgreichen Stil gefunden hat, diesen zugunsten von Neuem verwerfen sollte. Das trifft auch auf das ImPulsTanz-Festival zu, das in seinem Jubiläumsprogramm vorwiegend auf Bewährtes zurückgreift. Und warum denn nicht, strömt doch das Publikum nach wie vor ungebremst in die Vorstellungen. Von 10. Juli bis 10. August 2008 geben sich also renommierte KünstlerInnen, die dem Festival seit vielen Jahren treu verbunden sind, ein Stelldichein. Neben Anne Teresa De Keersmaeker sind das unter anderen Jan Fabre, Marie Chouinard, William Forsythe, Wim Vandekeybus, Akram Khan, Robyn Orlyn, die Needcompany, Hooman Sharifi, Mathilde Monnier.
Neu hingegen ist der ImPulsTanz | Prix Jardin d_Europe, ein Preis für junge ChoreografInnen. Sozusagen ein Jubiläumsgeschenk von ImPulsTanz, dessen Empfängerin (oder der Empfänger) aus den zwölf TeilnehmerInen von [8:tension] von einer jungen Jury ausgewählt wird. Der Preis muss sich nicht verstecken: 10.000 Euro werden mit einer vom österreichischen Starkünstler Erwin Wurm gestalteten Plastik verschönt.
Eine einzigartige programmatische Zusammenstellung bietet der Gala-Abend im Burgtheater, mit SolistInnen des Kirov Ballett St. Petersburg und des Ballet de l'Opéra National de Paris (in Stücken brillanter Choreografen wie William Forsythe und Angelin Preljocaj) sowie mit Rosas und der Compagnie Marie Chouinard.
Den überraschenden Auftakt zum neuen Vierteljahrhundert ImPulsTanz bildet eine großartige, musikalisch-visuelle Österreich-Premiere: ein Konzert von Roysten Abel im Hof der Museumsquartiers. In The Manganiyar Seduction wird er mit über vierzig indischen Musikern und Sängern in einem vierstöckigen Bühnenbild das Publikum das Alphabet der Liebe lehren. In einzelnen, nacheinander aufleuchtenden Kabinen ertönen der Reihe nach ihre Instrumente und lassen so ein magisches Ambiente zur Musik aus den Wüsten von Rajasthan entstehen. Traditionellerweise ein Konzert für Könige, kommt in Wien das gemeine Publikum bei freiem Eintritt und unter freiem Himmel in den Genuss der royalen Klänge und Bilder.
Das detaillierte Programm gibt es auf www.impulstanz.at
|
Edith Wolf Perez |
Submit am 07.05.2008
All rights reserved © http://www.tanz.at
|