Tanz im Neuen Opernhaus

Im dichten Programm mit Opern von Händel bis Strawinsky hat Intendant Roland Geyer im Theater an der Wien in der kommenden Saison auch wieder Tanzvorstellungen eingeplant.

Mit Superlativen gefüttert wurden dieAnwesenden bei der Saisonvorschau für das Theater an der Wien. Intendant Roland Geyer (und der neue geschäftsführende Direktor Thomas Drozda, der vom Burgtheater an de Wienzeile gewechselt ist) haben mit rund 100 Abenden und 10 neue Opernproduktionen, von Georg Friedrich Händels „Ariodante“ über Claude Debussys „Pelleas et Melisande“ unter Bertrand de Billy bis zu Igor Strawinskys Oper „The Rake's Progress“, inszeniert von Martin Ku_ej, dirigiert von Nikolaus Harnoncourt allen Grund sich als Mitglied der „Champions League“ zu sehen.
Für Liebhaber / innen des Tanztheaters kommt das Hamburg Ballett mit John Neumeiers „Tod in Venedig“, frei nach Thomas Manns gleichnamiger Novelle, zu Besuch. Mit Musik von Johann Sebastian Bach und Richard Wagner zeigt Neumeier seine Interpretation der Geschichte des Künstlers Aschenbach als „Totentanz“. Aschenbach ist für Neumeier kein Maler sondern ein Choreograf, der an seinem Opus magnum arbeitet, es aber nicht vollenden kann. In Venedig begegnet er der vollkommenen Schönheit in Gestalt des Knaben Tadzio und ist von seinem Lächeln überwältigt. Mit dem Bacchanal aus Wagners „Tannhäuser“ und „Isoldes Liebestod“ sorgt Neumeier auch akustisch für leichtes Verständnis der Geschichte. „Spielplan bedingt“ (Geyer) sind nur zwei Vorstellungen angesetzt: 30. Und 31. Jänner 2009. Am 31. öffnet Neumeier um 15.30 Uhr eine Ballettwerkstatt, in der er Ausschnitte aus aktuellen Choreografien und aus „Tod in Venedig“ (Uraufführung, Dezember 2003).
Schon im kommenden Juni bietet das Theater an der Wien in Kooperation mit ImPulsTanz ein Keersmaeker-Special: An drei Abenden (17., 18., 19.6) zeigt die Compagnie „Rosas“ den „Steve Reich Evening“ von Anne Teresa De Keersmaeker mit Musik von Reich und György Ligeti, gespielt vom Ictus Ensemble. Der Abend (Premiere Februar 2007) ist nicht nur ein Querschnitt durch die 25 Jahre, in denen sich De Keersmaeker immer wieder mit der Musik Steve Reichs auseinander gesetzt hat, sondern auch die Entwicklung der ihr eigenen Tanzsprache. Die Choreografie geht weit über das bloße Recycling der Arbeit eines Viertel Jahrhunderts hinaus und wird zum eigenständigen Werk.

Ditta Rudle

Submit am 14.04.2008

 

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