Lebendige und konservierte Bilder |
imagetanz, bietet vom 11. bis 29. März, Ur- und Erstaufführungen junger Tanz-, Performance- und VideokünstlerInnen. |
Vor gut zehn Jahren als Plattform für aufstrebende ChoreografInnen vom und im ehemaligen dietheater ins Leben gerufen, hat das Festival imagetanz auch im Programm des neuen brut seinen Platz gefunden und die Fühler über die Grenzen der Bühnenkunst hinaus gestreckt. Dem Namen (Image / Bild) gerecht werdend, sind nun auch andere Bilder bewusst eingeschlossen, vor allem die auf Videos gebannten. Eine rege Zusammenarbeit von bildenden und darstellenden KünstlerInnen und die Verflechtung unterschiedlicher Kunstformen kennzeichnet imagetanz 2008, das nicht nur im brut (im Künstlerhaus) stattfindet, sondern von diesem auch finanziell und tatkräftig unterstützt wird. Nicht nur am Eröffnungsabend bietet das Festival eine Erstaufführung, nämlich das Action-Video Augarten von Leopold Kessler. Der Titel gibt den Ort des Handelns vor. Im zweiten Teil des Abends wird es brennen. Krõõt Juurak (Wien) und Laura Kalauz (Zürich) befassen sich in der Performance Burning Down the House mit dem Feuer der Kreativität, aber auch mit der Zerstörungswut des Feuers und den Möglichkeiten es zu löschen. oder um die Metapher aufzulösen, die Performance zum Stillstand zu bringen. Auch die Performance von Amanda Piña & Daniel Zimmermann / nada-productions ist für das Wiener Publikum neu. In We beschäftigen sich der Mix-media Künstler Zimmermann aus Basel und die Wiener Performerin Piña (als Folge ihre Abends Self) mit der Gemeinsamkeit. Der bildende Künstler Karl Karner und die Choreografin Linda Samaraweerová befassen sich (immer von Neuem) mit dem öffentlichen Körper. Grundthema der jüngsten Arbeit Der öffentliche Körper: karl karner gestorben am
sind geträumte, erprobte und verworfene Lebensentwürfe. Das Verwirrspiel in Traum- und Scheinwelten funktioniert auf der Bühne nicht ohne Zauberer. Der ist Vojta Svejda, Karl Karner ist karl karner und außerdem für das Bühnenbild und ein Video verantwortlich; Linda Smaraweerová ist der öffentliche Körper in der Dramaturgie von Victor Duran. In Zusammenarbeit mit dem MAK findet auch heuer wieder eine Mak Nite statt, in der zwei Live-Video-Sound Duos (NotTheSameColor aus Wien und untitled 1&2 aus London) zusammentreffen. die sich als Projektionsflächen durch den Raum (die Räume) bewegen. In der imagetanz-Make Nite 2007 haben Matsune & Subal mit Win For U! den Sieger einer Reise mit ihnen gekürt. Das Ergebnis dieser Reise nach Ibiza ist nun, ein Jahr danach, als Performance in Anwesenheit (und Mitwirkung?) des Gewinners Vlado G. Repnik zum Abschluss von imagetanz 2008 zu sehen. Dazwischen zeigt die auf allen Hochzeiten tanzende, spricht in und mit allen Medien agierende, Künstlerin Anna Jermolaewa die Videoinstallation Affentheater, Gabri M. Einsiedl tritt als (ein)sichtkörper auf, Magdalena Chowaniec ist live und konserviert (auf Video) in Hold Your Horses zu sehen und Radek Hewelt macht als Choreograf ein Close-Up, in dem Linda Samaraweerová, Alexander Gottfarb und er selbst dem Publikum (zu) nahe kommen, oder umgekehrt, dieses den PerformerInnen. Danach ist am selben Abend noch das Video Paf von Antoine Defoort & Lou Gallet aus Lille zu sehen. An den beiden Abschlussabende bietet nicht nur das Duo Matsune & Subal überaus ernsthafte und dennoch überaus witzige Unterhaltung, sondern auch The Kissinsky Family / Satu Herrala & Lieve De Pourq eine Art Roadperfomance. Das anschließende Road movie experiment auf Video stammt von der bildenden Künstlerin Johanna Kirsch. Die mit Team und Gastperformern arbeitende Kissinsky Family erscheint übrigens im Rahmen der Turbo-Plattform für (ganz) jungen Tanz in Wien. Auf diese Plattform werden auch andere NewcomerInnen der Performanceszene gehievt. Damit auch das europäische Netwerk für künstlerischen Austausch, Expedition, das sich zwischen Amsterdam, Wien und Paris spannt, in der Öffentlichkeit sichtbar wird, laden brut und die TeilnehmerInnen der Expedition , die sich zwischen 17. und 30. März in Wien treffen, am 27. März an die Expedition-Bar ins brut im Konzerthaus. Zuschauen, Leute kennen lernen, fragen, plaudern, Musik hören, Drinks schlürfen und das alles bei freiem Eintritt! Gespart werden kann auch mit einem Festival-Pass, der um 46 ¤ (ermäßigt um 26 ¤) eine Fülle von Veranstaltungen (alle 15 Beiträge also) bietet, die kaum zu bewältigen ist.
imagetanz, Festival für Choreografie, Performance und Videokunst, von 11. bis 29. März, brut im Künstlerhaus, brut im Konzerthaus. www.brut-wien.at
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Ditta Rudle |
Submit am 11.03.2008
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