Wäre Woody Allen Choreograf geworden ...

Mitreißender Tanz, energiegeladenes Körpertheater und poetische Kompositionen zeichnen auch die diesjährigen Tanztage im Linzer Posthof aus. An sieben Abenden finden vier Österreich-Premieren und drei Uraufführungen statt.

Die Tanztage 2008 werden am 7. März mit Sidi Larbi Chrekaouis neuer Produktion „Origine“ eröffnet. Die Stück des marokkanisch-belgischeb Choreograf sind „state of the art“ des zeitgenössischen Tanzes, mischen sie doch verschiedenen Tanz- und Musikstile, und vereinen Energie und Poesie auf unnachahmliche Art und Weise. Auch in „Origine“ geht es um die Beziehungen zwischen den Kulturen, zwischen Ost und West, Nord und Süd, diesmal in einer intimen Atmosphäre mit nur vier TänzerInnn und zwei Sängerinnen, die unter anderem die mystischen Lieder von Hildegard von Bingen singen.
Erstmals gastieren die brasilianische Gruppe Quasar Cia de Danca (19. März) sowie die Hofesh Shechter Dance Company (1. April) in Österreich. Beide Compagnien stehen für dynamischen und extrem körperlichen Tanz. „Wenn die Mitglieder von Quasar Cia de Danca sich bewegen ist es, als_fahre Energie in einen Körperteil hinein und suche sich von dort_blitzschnell ihren Weg, wie Elektrizität in einem leitenden Material._Unversehens entweicht sie dann, um später anderswo wieder_einzudringen“, beschreibt die Stuttgarter Zeitung den Stil des Choreografen und Compagnie Leiters Henrrique Rodovalhos. Bei „It could only be with you“ entfaltet sich eine melancholische Variante des brasilianischen Lebensgefühl zu Bossa-Nova-Hits von Tom Jobim und Elis Regina.
Bei der britischen Compagnie unter Leitung des aus Israel stammenden Choreografen Hofesh Shechter sind unter dem Übertitel „deGeneration“ drei Stücke zu sehen: „Cult“, „Fragments“ und „Uprising“, bei denen von einer dunklen, ironischen Stimmungen über körperliche Virtuosität und Eleganz bis zu explosiven Tanzfeuerwerken alle Spielarten des zeitgenössischen Tanzes vertreten sind. “Wäre Woody Allan Choreograf geworden, hätte er wahrscheinlich Tänze wie diese gemacht“, schrieb The Herald über Hofesh Shechter.
Die Linzer Vorreiterstellung in Sachen elektronischer Kunst (Stichwort: Ars Electronica) findet auch bei den TanzTagen ihren Niederschlag: Mit 4 D ART aus Kanada (30. April) kommt eine Gruppe, die virtuelles Theataer auf die Bühne bringt. Michel Lemieux und Victor Pilon integrieren reale Interaktionen mit verblüffend lebendig wirkenden Projektionen und Szenen aus dem filmischen Universum und dem Leben von Norman McLaren.
Im Rahmen eines Austauschprojekts mit tanz_house Salzburg gastiert die Cie Laroque mit „Life is Not a Picnic“ am 16. April in Linz. Außerdem erweitern die Tanztage ihre Plattform „TanzTageLabor“ für Linzer Tanzschaffende mit drei Uraufführungen: Doris Jungbauer & Tanja Brandmayer zeigen in diesem Rahmen ihr Stück „Schubert Brecht Solipsisticated“ und Monika Huemer „Princess Playing List“ (29. März), Marina Koraiman präsentiert am 25. April „Nomos Physis“.
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Edith Wolf Perez

Submit am 14.02.2008

 

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