Frankreichs choreografischer Nachwuchs in Wien

FranceDanse Europe / Autriche: Nouvelle Vague präsentiert junge KünstlerInnen des Hip Hop und zeitgenössischen Tanzes

Frankreich hat im Tanz die Nase vorn, sei es im Ballett, im zeitgenössischen Tanz oder im HipHop. Das Festival "FranceDanse Europe / Autriche: Nouvelle Vague" von 2. bis 14. Oktober präsentiert im Tanzquartier Wien und im Dschungel sechs Compagnien, deren Arbeiten die verschiedenen Facetten des heutigen Tanzes widerspiegeln. Österreich ist nach Belgien das zweite Land, das als Gastgeber von FranceDanse Europe fungiert. FranceDanse Europe/ Autriche mit dem Untertitel "Nouvelle Vague" ist eine Kooperation von CULTURESFRANCE, Tanzquartier Wien, DSCHUNGEL WIEN und Institut Français de Vienne in Zusammenarbeit mit dem Centre Chorégraphique National (CCN) Montpellier Languedoc-Roussillon.
Die Wiener Veranstalter haben geschätzte französische ChoreografInnen und KollegInnen gebeten, Arbeiten von KünstlerInnen zu empfehlen, die neueste Tendenzen im französischen Tanz aufzeigen und im Ausland noch wenig
bekannt sind. Das Spektrum der ausgewählten Performances im Tanzquartier Wien umfasst Fragen zum fragmentierten Körper bei Sylvain Prunenec und zur visuell/akustischen Perzeption bei Vincent Dupont ebenso wie Recherchen zu Körperbalance bei David Wampach und zur 100-jährigen Geschichte des Tanzes bei Julia Cima. Parallel zu den Performances findet ein Labor statt und ein Videosalon lädt zum Kennenlernen der empfohlenen Arbeiten ein.
Die Auseinandersetzung mit Biografie und Migration bestimmt die Arbeiten von Hamid Ben Mahi und Anne Nguyen, die im Dschungel Wien zu sehen sind.
Anne Nguyen kommt aus Paris, ihr Vater aus Vietnam, ihre Mutter aus einer spanisch-französischen Familie. Im wortwörtlichen „Vaterland“ ist sie noch nie gewesen, und die „Vatersprache“ spricht sie auch nicht. Nach einem wissenschaftlichen Studium begann sie sich dem Tanz zu widmen. Es folgten Auftritte mit verschiedenen Kompanien wie z.B. Black Blanc Beur, Faustin Linyekula und Salia Nï Seydou, die im Bereich Hip Hop und zeitgenössischen Tanz angesiedelt sind. Sie war Mitglied der Breakdance- Gruppe Phase T und performt zurzeit mit Def Dogz-Créteil Style and RedMask aus Montreal. 2005 gewann sie den French B-Girl Breakdance-Wettbewerb.
Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln und ihrer Übertragung auf die Bühne kam sie nicht umhin, auf kulturelle Muster zurückzugreifen – in ihrem Fall auf die Sozialisierung in einem urbanen Umfeld, ästhetisch geprägt von kubischen Formen, und auf den Break Dance als künstlerische wie politische Form. Bei Square Root mixt die Choreografin Tanz mit eigenen Gedichten und Celloklängen.
Hamid Ben Mahi kam mit dem Aufkommen der Hip-Hop-Kultur in den 1980er Jahren in Frankreich zum Tanz. Die klassische Ballettausbildung begann er – neben 12-jährigen Eleven – als 23-Jähriger in Cannes. 1998 ging er an die Alvin Ailey School in New York, wo er Schlüsselfiguren der Hip Hop Tanzszene traf. Als Performer wirkte er in Choreografien von Kader Attou, Philippe Decouflé, Jean-Francois Duroure und Michel Schweizer mit. Ein Höhepunkt seiner bisherigen Karriere war 2006 sein Soloauftritt beim Festival d’Avignon.
"Chronic(s)" ist die erste Performance, in der er tanzt und spricht und die eigene Geschichte mit Humor und Authentizität erzählt: Erinnerungen an sein Elternhaus, an Algerien, an Sport und Hip-Hop sind die verschiedenen, in Sketchform gebrachten Stränge einer persönlichen (Erfolgs-)Story mit politischer Dimension.
www.tqw.at
www.dschungelwien.at

Redaktion

Submit am 01.10.2007

 

All rights reserved © http://www.tanz.at

Zum Seitenanfang