Ballettpremieren als Familienprogramm |
Gyula Harangozós Pläne für die Saison 2007/2008 |
Nicht die Spitze interessiert Ballettdirektor Gyula Harangozó, sondern die Breite. Dann vor allem, wenn es um das Publikum geht. Deshalb wird die nächste Spielsaison für die ganze Familie programmiert. Mit einem neuen Nussknacker vom Direktor selbst frei nach Wassili Wainonen erdacht, in der Staatsoper und der 1984 uraufgeführten Komödie Max und Moritz zur Musik von Gioacchino Rossini in der Volksoper sollen Kinder und Eltern fürs Ballett begeistert werden, und vielleicht, so hofft Harangozó, begeistert sich dann auch manches Kind dafür, selbst tanzen zu lernen. Für Max und Moritz werden zwei Protagonisten der Münchener Uraufführung, Ferenc Barbay und Michael Kropf (Ballettmeister in der Volksoper) eine neue Choreografie erstellen; Daniil Simkin und Denys Cherevychko (in der aktuellen Aufführungsserie von Kenneth MacMillans Manon fällt er als Bettlerkönig auf) werden die beiden schlimmen Buben tanzen. Mit den beiden familiengerechten Balletten verfolgt Harangozó noch eine andere Idee: abseits von den üblichen Klassenabenden, die Studierenden der Ballettschule öfter vor Publikum tanzen zu lassen. In beiden Premieren sollen die jungen Tänzerinnen und Tänzer massiv auf der Bühne vorhanden sein (Harangozó). Geplant ist außerdem eine Gala an der Staatsoper mit dem gesamten Schattenakt aus der Bajadere, dem Grand Pas aus Paquita (diesmal nicht so reduziert wie zur Eröffnung der Saison 2006/07 auf der kleineren Bühne der Volksoper), der Choreografie Glow - Stop von Jorma Elo (ehemals Tänzer und Choreograf im NDT unter Jiri Kylián) zur Musik von Wolfgang Amadeus Mozart und Philip Glass, sowie einer kleinen neuen Choreografie von András Lukács, Halbsolist im Ballett der Wiener Staatsoper und Volksoper. Als Gäste hat Harangozó Polina Semionova, Andrian Fadeyev (1. Solotänzer im Kirow Ballett), Rainer Krenstetter, Vladimir Malakhov, Leonid Sarafanov, der in Wien bereits 2005 als Herzog Albrecht in Giselle begeistern konnte, eingeladen. Auch Tamás Solymosi wird wieder in Wien gastieren und Robert Tewsley (im Mai 2007 als DeGrieux in der Manon-Wiederaufnahme zu sehen) soll enger ans Haus gebunden werden. Im Repertoire kommt im Dezember Die Bajadere als Wiederaufnahme zu Ehren (Choreografie von Malakhov nach Marius Petipa, Premiere am 23.12.), die Renner Schwanensee, Queen und Anna Karenina (nach Auslastung geordnet, wobei sich der Nussknacker auf Platz zwei schiebt) bleiben ebenso im Programm, wie Manon, Coppélia, die beiden Cranko-Choreografien Onegin und Romeo und Julia und der Doppelabend mit Puppenfee und Platzkonzert. Noch ein Fest für die Familie. Eltern, Großeltern und Tanten dürfen sich außerdem auf eine Soiree der Ballettschule in der Volksoper freuen (20.1.2008) und auf eine Matinee gemeinsam mit der Opernschule in der Staatsoper (29.6.). Sehr zufrieden mit dem Publikumszuspruch in Staats- und Volksoper zeigte sich auch die kaufmännische Leiterin Simone Wohinz. Für die 44 Vorstellungen in der Staatsoper errechnete sie eine Auslastung von durchschnittlich 90 Prozent; die 26 Abende in der Volksoper waren im Schnitt zu mehr 79 Prozent verkauft, ein gutes Viertel über dem Ergebnis der Saison 2006/07. Wenn Wohinz beide Häuser zusammenrechnet, dann ergibt sich eine Gesamtauslastung von mehr als 86 Prozent. Dass die Positionierung in der Volksoper so schnell gelungen ist, freut den Ballettdirektor. Hoffnungsvoll betrachtet sich Harangozó auch die Qualität des Ensembles: Noch eine Spielzeit, und die Compagnie wird ganz gut zusammenwachsen. Das Corps de ballet ist ja der Grundstock."
Premieren: Der Nussknacker: 28.9. 2007 Max und Moritz: 10. 11. 2007-04-27 Gala: 11.3. 2008 www.dasballett.at
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Ditta Rudle |
Submit am 30.04.2007
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