Auf der Suche nach einem gemeinsamen Verständigungsraum

Mahmoud Aboudoma & Editta Braun haben mit ihren Kompanien das Tanz- und Theaterstück „Coppercity 1001“ erarbeitet. Die Uraufführung findet in Alexandria statt.

Ein orientalisches Märchen erzählt von der Kupferstadt, in der die Menschen zu Kupfer erstarrt sind. Der ägyptische Regisseur Mahmoud Aboudoma, Gründer der ersten freien Theatergruppe in Alexandria (Alternative Theatre Group), nimmt dieses Märchen als Ausgangspunkt für sein Stück „Coppercity 1001“, das „Aus dem Alltag der Kupferstadt“ erzählt. Die Menschen sind durch Gleichgültigkeit, Misstrauen, Ablehnung des Fremden und durch ihr Schweigen schuldig gewordenen. Erlösung gibt es nur durch Einsicht und Wiedergutmachung.
„Coppercity 1001“ ist kein gewöhnliches Theaterstück sondern ein Doppelprojekt. Tanz und Theater, Orient und Okzident zwei Kompanien, zwei künstlerische Ausdrucksweisen, zwei Teile des Globus werden sich am Aufführungsabend zu einem Ganzen verbinden. Die alternative Theatre Group (Alexandria) und die Editta Braun Company (Salzburg) haben sich gemeinsam Fragen nach den Grenzen der Verständigung, nach den Unterschieden kultureller und ästhetischer Traditionen, nach den Möglichkeiten, einen gemeinsamen Raum (human space) zu finden, in dem alle miteinander in Frieden leben können, gestellt. Die intensive und assoziative Probenarbeit geriet zur aufregenden Forschungsreise. Das Ergebnis, das kultur- und sprachübergreifende Tanz- und Theaterstück „Coppercity 1001“, wird am 24. und 25. April 2007 im Arts Center der Bibliotheca Alexandrina erstmals gezeigt.
Schon in der Recherchephase wurden die beiden Teams Aboudoma direkt in ihren Themenkreis hineingezogen. Die SchauspielerInnen stammen aus verschiedenen Sprach- und Kulturkreisen und mussten erst einmal lernen, sich miteinander zu verständigen. Für Choreografin Editta Braun wieder war die Frage, ob es eine Sprache gibt, die über alle Grenzen hinweg verstanden wird, zu beantworten. Auch die individuelle Sprache des Körpers ist keine weltumspannende. So wurden die realen Unterschiede zwischen den TeilnehmerInnen an dem Projekt zum Forschungsgegenstand und auch zum produktiven Antrieb für die Vollendung des Konzepts. Die Verschiedenheit des jeweiligen ästhetischen Kanons der Bühnensprache wird nicht aufgehoben, sondern hat neben- und miteinander Platz. Braun und Aboudoma setzen sich selbst allerdings keine Grenzen: Dem Bühnengeschehen wird erlaubt, zwischen kaltem Zynismus, objektivierender Distanzierung, emotionalisierendem Pathos und weich zeichnendem Kitsch zu pendeln. Orient und Okzident werden über die unterschiedlichen Ästhetiken sicht- und fühlbar gemacht“, erzählt Editta Braun über die gemeinsame Arbeit. Die Musik stammt vom vielseitigen „Hauskomponisten“ der Editta Braun Company, Thierry Zaboitzeff.
Die Österreich-Premiere von „Coppercity 1001“, ist am 19. Oktober 2007 im Linzer Brucknerhaus.

www.editta-braun.com

Ditta Rudle

Submit am 20.04.2007

 

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