Szene Bunte Wähne Festival

Zehnjähriges Jubiläum mit dichtem Programm

Stolz können die Gründerväter Stephan Rabl (jetzt „Dschungel“-Chef) und Guido Wirth (Festivalleiter) auf ihr längst erwachsen gewordenes Kind blicken. „Szene Bunte Wähne“, das Tanzfestival für junges Publikum, ist zehn Jahre alt und laut Rabl „weltweit das einzige jährlich stattfindende Tanzfestival für Kinder und Jugendliche.“ Auch um die Auslastung der Programme (heuer sind es zwischen 15. und 25. Februar 74 Veranstaltungen mit 20 Produktionen an fünf Spielorten) beneiden so manche Kulturinstitutionen das Festival. Sie ist bestens.
Wie schon Tradition, besteht auch das 10. Festival nicht nur aus Aufführungen heimischer und internationaler (Belgien, Niederlande, Italien, Deutschland) Kompanien, sondern auch aus einem Vermittlungsprogramm für LehrerInnen („Tanz(T)räume“), einem offenen Abend, an dem das junge Publikum seiner tänzerischen Inspiration freien Lauf lassen darf („führdichauf spezial“) und der Werkschau dreier Gruppen (konnex Tanztheater, Compagnie Smafu und homunculus).
Anlässlich des Jubiläums werden Fachleute bei einem internationalen Symposium (15.–19. Februar im Museumsquartier) über verschiedene Aspekte des Tanzes für junges Publikum diskutieren während sich am Gegenpol der grauen Theorie sogar Wickelkinder an des grünen Tanzlebens goldnem Baum erfreuen sollen. Unter dem Motto „Baby Bubble“ sind Krabbelknirpse von sechs bis 12 Monaten eingeladen, das schützende Gitterbett zu verlassen und bei drei Auftragsproduktionen („Wiegentanz“ im Dschungel, „Beinander“ im Tanzquartier, „Brabbel Gipfel 07“ in dietheaterwien) eine Begegnung mit Tanz und Performance zu wagen.
Als Geburtstagsgeschenk wird die Premiere der Premiere wiederbelebt. „Der Wolf und der Mond“, ein Tanzttheaterstück von Elisabeth Orlowsky, ist die erste Produktion von Szene Bunte Wähne, uraufgeführt 1998. Marianne Artmann hat die wölfische Liebesgeschichte des Kindertheaterspezialisten Roberto Frabetti (La Baracca / Bologna) runderneuert; Anna Reitbauer und Robert Ritter werden sie einer neuen Generation Tanzinteressierter vorspielen.
Es wäre ungerecht in dieser zusammenfassenden Vorschau die Scheinwerfer auf einzelne Produktionen zu richten, hat doch das Festival im Lauf der zehn Jahre beste Kontakte zu renommierten internationalen Gruppen geknüpft und auch das Niveau heimischer Produktionen beträchtlich angehoben. Tanz für Kinder und Jugendliche ist kein Abfallprodukt mehr, sondern eine eigenständige und ernst zu nehmende Sparte von Tanz und Performance. Dafür dass es keinen Stillstand gibt, sorgt der neuerlich abgehaltene Wettbewerb für junge ChoreografInnen, von denen manche noch in die Schule gehen. Die GewinnerInnen des Vorjahres, „Rohdiamanten“ nennt sie Rabl, zeigen die mithilfe von erfahrenen ChoreografInnen zur Aufführungsreife geführten Stücke in der Schiene „AUT.dance“ am 21., 22. und 23. Februar jeweils um 19.30 Uhr im Dschungel.
Nicht nur darüber werden Sie im Lauf des Festivals aktuelle und detaillierte Berichte auf tanz.at finden.

Szene bunte Wähne Tanzfestival, 15. bis 25. Februar 2007. Aufführungsorte: Dschungel Wien, WUK, KosmosTheater, Tanzquartier, dietheaterkünstlerhaus. www.sbw.at

Ditta Rudle

Submit am 01.02.2007

 

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