Fortsetzung findet statt

Jacob Sejersgaard, Evren Dogan und Lukas Tanajura lernten sich letztes Jahr beim EU Leonoardo da Vinci Pilotprojekts „The Performance Bridge“ in Wien kennen. Jetzt haben sie die globale Assoziation „à l’abordage“ gegründet, deren erstes Projekt Asien, Südamerika und Europa umspannt.

Drei TeilnehmerInnen des spannenden EU Leonoardo da Vinci Pilotprojekts „The Performance Bridge“, das im Juli 2006 im Wiener Kosmos Theater mit der Performance „In the Heat of Our Own Pictures“ endete, haben sich für ein neues performatives Abenteuer zusammengeschlossen. Jacob Sejersgaard, Regisseur und Performer (Dänemark), die Dramturgin und Schauspielerin Evren Dogan (Türkei/Wien) und der Akrobat und Performer Lukas Tanajura (Brasilien) haben im Jänner dieses Jahres in Salvador, Brasilien, „à l’abordage“ gegründet, eine lose Vereinigung unabhängiger Künstler aus den Gebieten Tanz, bildende und darstellende Kunst, neue Medien, Journalismus, Human- und Politikwissenschaften mit der Zielsetzung, Aktivitäten und Entwicklungen in diesen Fächern zu unterstützen. Der Fokus liegt auf Events und Aktionen.
Als ein im besten Wortsinn globales Projekt unterstützt „à l’abordage“ Residenzen auf der ganzen Welt, produziert und koproduziert Events in den oben angeführten Disziplinen und fördert deren Publikationen und Dokumentationen.
Das erste von „à l’abordage“ lancierte Projekt heißt „Chasing the Whale“. Es basiert auf dem Moby Dick Mythos als Metapher für eine Recherche über kulturelle Differenzen und deren Manifestationen in Nord, Süd, Ost und West.
Die erste Station führt die Beteiligten vom 28. März bis 17. April in das Patravadi Theater in Bangkok. Nach drei Wochen Proben und Meetings finden auf der dortigen Bühne am 9. und 16. April die ersten öffentlichen Aufführungen statt.
Neben den oben erwähnten Gründungsmitgliedern sind mit dabei die TänzerInnen und ChoreografInnen Noriko Kato aus Tokyo, Sirithorn Srichalakom aus Bangkok und Donna Miranda aus Manila (sie ist auch Leiterin des green papaya independent art space), Gen Gori (Direktor von Dots in Kyoto) sowie der Performer und Regisseur Salimi (Kabul / New York).
Von 18. April bis 6. Mai übersiedelt die Crew nach Manila (Philippinen), wo weitere Showings stattfinden und dokumentiert werden. Danach geht es von 7. bis 22. Mai nach Kyoto (Japan) mit Performances am 19. und 20. Mai. In Planung ist eine weitere Residenz von 23. Mai bis 13. Juni in Tokio.
Bisher hat man etwa die Hälfte des nötigen Budgets (60.000 EUR) vom privaten Sponsor Jay Anderson sowie der Gro Pederson Foundation in Dänemark erhalten. Weitere Ansuchen für finanzielle Unterstützungen bei asiatischen und europäischen Institutionen laufen.
Das Projekt wird im September 2006 an einem öffentlichen Raum in Brüssel präsentiert.
Danach plant „à l’abordage“ die Ausrichtung eines kleinen Festivals in Salvador.

Edith M. Wolf Perez

Submit am 18.04.2006

 

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