Eine neue ID fürs Burgenland

Liz King und Manfred Biskup gründen im Offenen Haus Oberwart eine neue Tanzinitiative

Burgenland wartet mit einer neuen Tanzkompanie auf, doch eigentlich ist es mehr als das. Einerseits ist die von Liz King (ehemalige Leiterin des Tanztheater Wien und des Volksopernballetts) ins Leben gerufene D.ID / Dance Identity kein ständiges Ensemble, sondern die Tänzerinnen und Tänzer kommen jeweils nur für die Erarbeitung von Bühnenstücken zusammen. Zur Zeit proben 6 Tänzerinnen und Tänzer aus Tschechien, Ungarn und Slowakien und mit verschiedenen Backgrounds für die Produktion "Straight Fiction", die am 4. Mai im Offenen Haus Oberwart (OHO) zur Uraufführung kommt und nach weiteren Auftritten im Burgenland beim Tanzsommer Graz sowie in Prag und Budapest gezeigt wird. Burgenland Kultur und das BKA-Kunst fördern das Projekt (Budget: etwa 30.000 Euro), das OHO ist dabei ständige Partnerinstitution und stellt D.ID einen Probenraum zur Verfügung.
„Natürlich nicht den ganzen Tag“, sagt Liz King, aber das ist ok. Wir sind flexibel.“
Wieder einmal leistet Liz King wie zuvor in Wien mit dem Tanztheater Wien und dem Volksopernballett Pionierarbeit und ist dabei durchaus zu Kompromissen bereit. Denn es geht um den Tanz, wie sie bei der Pressepräsentation am 15. März im OHO betonte.
Der zeitgenössische Tanz sei zu intellektuell geworden, meint sie. "Man soll nachdenken, aber die Freude am Tanz soll dabei nicht verloren gehen." Sie vertritt einen "Tanz, der körperlich ist" und den möchte sie interessierten Jugendlichen vermitteln.
Und so ist D.ID auch der Anfang einer Tanzausbildung im Burgenland. Workshops und Kurse in Schulen und anderen Institutionen sollen das Interesse am zeitgenössischen Tanz wecken und fördern. „Andererseits dienen sie zum Talentspotting, um besonders motivierte und begabte junge Menschen in die Arbeit von D.ID einzubinden.“
Zur Zeit sind "die burgenländischen Bausteine für den Tanznachwuchs“ (O-Ton King) eine Gruppe von Jugendlichen, die auf Hip Hop und Breakdance eingeschworen sind. Durch das regelmäßige Training mit Liz King und GastlehrerInnen wie Nina Kripas merken sie, wie sich ihre Bewegungsqualität verändert und es ihnen nun schon deutlich besser gelingt die akrobatischen Bewegungsabläufe „zu tanzen“. Es kann gut sein, dass Begabungen wie Andreas und Christoph, die bei der Pressekonferenz einige Kostproben ihres Könnens gaben, demnächst auch in einer D.ID-Produktion zu sehen sind.

Edith Wolf Perez

Submit am 16.03.2006

 

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