TanzTage 2006

Gegensätze bei den Tanztagen im Posthof in Linz vom 14. März bis 20. April

"Gegensätze waren immer schon ein wichtiges Prinzip bei der Konzeption der TanzTage. Weiter voneinander entfernt als heuer waren die einzelnen Produktionen jedoch selten."...so Willi Steiner, Kurator der TanzTage über das diesjährige Programm.
Eröffnet wird das Linzer Tanzfestival, dessen Location und Vernstalter der Posthof ist, am 14. März von Helena Waldmanns Produktion "Letters from Tentland". Uraufgeführt als erste Produktion einer westlichen Choreografin beim Fadjr-Theaterfestival 2005 tourt das Stück seither durch die Welt. "Die deutsche Kultchoreografin inszenierte mit iranischen Frauen in Teheran ein grandioses politisches Bildertheater. Körper, Stimme, Musik, Video und Licht werden zu surrealen Szenarien zusammengesetzt, die aus der Welt hinter den Schleiern erzählen..." (Die Zeit)
Eine Welt aus Licht und Schatten folgt am 18. März mit "Light!", der Produktion der Compagnie Mossoux-Bonte die Bilder, Bewegung, Tanz und Musik zu einer ganz eigenen Sprache verbindet.

Eine originelle Sprache hat auch Nigel Charnock, der nach "Virus" im Jahr 2003 heuer mit seinem Solo "Frank" (23. März) zu Gast ist, das grenzenlose Power von der ersten bis zur letzten Sekunde des Abends verspricht. Zum einen erinnert der Titel der Performance an Charnocks Vater Frank, zugleich bedeutet das englische Wort frank "offen, aufrichtig, freimütig" - und genau so geht Charnock mit großen Themen wie Liebe, Tod, Sexualität und Familienwerten um. Wie in seinen früheren Soloarbeiten durchbricht der Choreograf auch hier wieder die Grenzen zwischen Worten und Bewegung, Tanz und Drama, Tragödie und Komödie. Er überzeugt gleichermaßen als Sänger, Tänzer, Stand up Comedian, charmanter Conferencier und wortgewandter, frecher Provokateur.

Inspiriert von den Klängen György Ligetis und den aufwühlenden Songs von PJ Harvey thematisiert Yasmeen Godders "Two Playful Pink" die Beschaffenheit von zwischenmenschlichen Beziehungen und die ihnen zu Grunde liegende Einsamkeit. Die israelische Choreografin interessiert sich vor allem für die Zurschaustellung des Körpers und das Spiel mit unterschiedlichen Rollen - die Diskrepanz von tief-innerlichen Impulsen und der äußeren sozialen Körperhülle. (6. April)

Den Abschluss des internationalen Programmteils bildet am 20.April das japanische Kollektiv "dumb type". High Tech wird in ihrer Produktion zum Transportmittel einer bewegenden Geschichte, deren Inhalt gerade die Frage nach dem Ort des Menschen in einer von Technik beherrschten Welt stellt. In "Voyage" verschwimmen die Grenzen der Bühne, gigantische Videobilder, Projektionen und Spiegelungen öffnen die Türen zu einer erweiterten Wahrnehmung.

Österreich ist heuer mit Willi Dorner vertreten, der seine neue Produktion 404 zeigt. Der Titel soll an die Error-Seite im Internet erinnern, der Fehlercode bedeutet „dass die gewünschte Seite nicht auffindbar und keine Verbindung möglich, die Kommunikation abgebrochen ist. Willi Dorner zeigt am 1. April die Grenzen der Kommunikation auf - allerdings nicht im virtuellen sondern im höchst realen und zwischenmenschlichen Raum.

Freien Raum für Projekte für junge heimische Tanzschaffende bietet das TanzTage Labor, das heuer Uraufführungsort für "rio abajo rio", die erste abendfüllende Arbeit der in Linz lebenden Tänzerin und Choreografin Alexandra Faustmann, ist. (29.März)

Das Programm der TanzTage im Überblick:

Di. 14. MÄRZ
HELENA WALDMANN (D/Iran): Letters from Tentland

Sa. 18. MÄRZ
COMPAGNIE MOSSOUX-BONTÉ (B): Light!

Do. 23. MÄRZ
NIGEL CHARNOCK (GB): Frank

Sa. 1. APRIL
CIE. WILLI DORNER (A): 404

Do. 6. APRIL
YASMEEN GODDER (IL): Two Playful Pink

Do. 20. APRIL
DUMB TYPE (JAP): Voyage

TanzTage Labor
Mi. 29. MÄRZ
ALEXANDRA FAUSTMANN (A): Rio abajo Rio

Detaillierte Infos & Karten zu "TanzTage 2006" im Posthof in Linz unter: http://www.posthof.at


tanz.at

Submit am 07.03.2006

 

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