Bob Curtis feiert seinen 80. Geburtstag |
Die Bühne im Hof feierte den Geburtstag des großen Bob Curtis mit einer sehr persönlichen und berührenden Gala unter der Moderation von ORF-Kulturredakteur Lorenz Gallmetzer |
Bob Curtis ist Tänzer, Bob Curtis ist Maler, Bob Curtis ist Choreograf, Bob Curtis ist Tanzpädagoge, Bob Curtis ist Model. Doch alle Berufsbezeichnungen reichen nicht aus, um die Essenz von Bob Curtis zu beschrieben. Seine Noblesse, seine Eleganz, seine Alterslosigkeit sind hervorstechende Merkmale. Seine Entwicklung vom Bauernbuben aus Mississippi, wo der Vater Teil seiner Kindheit noch als Sklave verbrachte, zum Künstler ist legendär, ungewöhnlich und höchst erstaunlich. Bob Curtis ist ein Mann mit vielen Talenten. Mit der Neugier und Offenheit, mit der er durchs Leben geht, ist er stets in der Lage, Gelegenheiten zu erkennen und zu nutzen. Er ist kein Arrivist, sondern ein ehrlicher Arbeiter, seinen Beruf als Tänzer hat er ernst genommen, ob die Bühne ein Fernsehstudio, das Hilton-Hotel oder ein richtiges Theater war. Auch als Maler ist er professionell und überlegt. Seine künstlerischen Ambitionen hat er in einer Zeit verwirklichen können, in der der moderne Tanz in Europa wieder anfing gefragt zu sein. Und hier hat er Außergewöhnliches geleistet, indem er für sich, seine Kompanie (die Compagnia Afro Danza) und seine Studenten einen eigenen Stil erfand. Dieser Afro-Stil ist eine Kombination der Tanzerfahrungen, die Bob Curtis im Laufe seiner Karriere durchlaufen hat der Warm Up ist eine Mischung aus Elementen aus klassischem Ballett, Modern und afrikanischem Tanz. Ganz im Geist der Modern Dancers seiner Zeit, mit denen er gearbeitet hat (darunter Martha Graham und José Limón), hat er seine eigene Routine, seine eigene, verbindliche Technik geschaffen. Das Bewegungsmaterial, das in seinem Unterricht erarbeitet wird, bildet die Grundlage für seine Choreografien. Afro Dance, erklärt Bob Curtis in dem zu seinem Geburtstag erschienen Buch, ist jede Form von Bewegung, die aus Afrika stammt. Wenn afrikanische Schritte, afrikanische Musik und afrikanische Ideen von jemandem wie mir, der nicht Afrikaner ist, in New York oder in Rom umgesetzt werden, dann ist das nicht mehr afrikanisch, sondern afro. Es ist aus dem ursprünglichen Kontext gerissen ... Es ist eine Erbschaft, die durch eine spätere Kultur verändert wurde, weil ich afro bin. Ich bin Erbe afrikanischer Vorfahren, aber ich bin bereits mit der weißen Kultur verschmolzen. Also bin ich afro. Seinen Afro-Tanz hat er in zeitgenössische choreografische Formen gegossen, die er als Rituals bezeichnete, weil sie religiöse Rituale Afrikas evozierten. Er hat uns keinen authentischen afrikanischen Tanz gebracht, sondern einen lebendigen Tanz, der sich auf afrikanische Wurzeln bezieht und andere Kulturen miteinschließt. Afro tanzen zu können, ist für Bob Curtis daher auch nie eine Frage der Hautfarbe gewesen, ein Konzept über das er nur verwundert den Kopf schüttelt. Du tanzt doch mit deiner Intelligenz, mit deinen Emotionen und nicht mit der Hautfarbe, meint er sinngemäß.
Die Bühne im Hof feierte den Geburtstag des großen Bob Curtis mit
einer sehr persönlichen und berührenden Gala unter der Moderation
von ORF-Kulturredakteur Lorenz Gallmetzer, bei der Ausschnitte aus seinen Choreografien
einen Einblick in seinen Tanzstil gaben, und wo auch das im Folio Verlag erschienene
und von Christiane Dertnig und Lorenz Gallmetzer herausgegebene Buch Bob
Curtis. Hohepriester der Afro Contemporary Dance präsentiert
wurde. (zu den Bildern der Feier>>>)
In den letzten Jahren hat sich Bob Curtis Arbeitsschwerpunkt neben seiner Unterrichtstätigkeit auf die Malerei gelegt. Die nächste Ausstellung unter dem Titel Fragmented Images wird am 29. Oktober um 20 Uhr im Tanzstudio Maar eröffnet.
T-Card Tanzstudio Maar
Weitere Infos zu Bob Curtis in unserem Artikel "Dancing his Way"
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Edith Wolf Perez |
Submit am 05.10.2005
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