Nachruf |
Zum Tod von Uwe Scholz |
Der Ballettdirektor und Chefchoreograph des Leipziger Balletts verstarb nach langer, schwerer Krankheit am 21. November viel zu früh - im Alter von 45 Jahren und am Tag nach der Wiederaufnahme seiner Version vom Dornröschen.
Vielgepriesen und hochgeschätzt war Uwe Scholz. Sein mehr als 100 Werke
umfassendes Oeuvre machte ihn zu einem international bekannten ebenso wie anerkannten
Choreographen. Sich an seinen Vorbildern Cranko und Balanchine orientierend,
war v.a. seine hohe Musikalität für seine großteils von Neoklassik
geprägten Stücke charakteristisch. Seine Kreationen sind fixer Bestandteil
im Repertoire vieler Compagnien. In Wien gab es leider wenig Gelegenheit zu
Begegnungen mit seinen Balletten, einzig am 5.2.1994 standen in der Ballettpremiere
2 seiner Werke auf dem Programm: Zweite Symphonie (Musik: R. Schumann)
mit Katherine Healy, Svetlana Kuznetsova, Michael Pinnisch und Asad Asadov und Der
Wunderbare Mandarin mit Christian Rovny und Marialuise Jaska. Dirigent
war Vladimir Fedosejev.
Der gebürtige Hesse erhielt schon früh Ballettunterricht. Nach Abschluss seiner Ausbildung an der Stuttgarter Talenteschmiede wurde er sofort in die Compagnie engagiert und bereits bald von Marcia Haydée mit choreographischen Aufgaben betraut. 1980 zog er sich von der Bühne zurück, um in erster Linie schöpferisch tätig zu sein 2 Jahre später wurde er zum Ständigen Choreographen des Stuttgarter Balletts ernannt. Mit 26 Jahren (1985) übernahm er die Direktion des Züricher Balletts. 1991 holte ihn der damalige Intendant Udo Zimmermann an die Oper in Leipzig, wo es Uwe Scholz innerhalb weniger Jahre gelang, das Leipziger Ballett zu einem weit über die Landesgrenzen hinaus berühmten Ensemble zu formen. Uwe Scholz war stets ein Ausnahmekünstler und ein hochsensibler Mensch.
Anlässlich des 10jährigen Bühnenjubiläum von seinem Dornröschen zeichnete
der Kultursender arte die Wiederaufnahme (Sendetermin 11.Dezember, 21.35) mit
Oksana Kulchytska (Aurora) und Joan Boix (Prinz Desiré) auf gleichsam
als Referenz an den Choreographen und als weitere Wertschätzung seines
kreativen Schaffens. Jetzt ist es sein Nachruf.
Uwe Scholz galt zeitlebens als Visionär des Tanzes, sein Anliegen war immer die ideale Tanzinterpretation. Sein Vermächtnis sollte uns ein Anliegen sein, es auf den Bühnen zu bewahren. Das Leipziger Ballett hat seinen Chef verloren, die Welt einen bedeutenden Tanzschaffenden.
http://www.der-neue-merker.at
http://www.oper-leipzig.de/html/obj2335.html
http://www.oper-leipzig.de/html/obj414.html
http://www.welt.de/data/2004/11/24/364635.html
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Ira Werbowsky |
Submit am 25.11.2004
Online am Dienstag 25.11.2004
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