Mayerling |
Gyula Harangozo mit dem ungarischen Nationalballett zu Gast in St.
Pölten
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Jetzt ist es raus. Gyula Harangozo wird neuer künstlerischer Leiter
des Wiener Staats- und Volksopernballetts. Den ersten Gastauftritt in
Österreich absolviert der designierte Wiener Ballettchef im Rahmen
des Gastspiels des ungarischen Nationalballetts, dessen Direktor er zur Zeit ist, mit "Mayerling" im Festspielhaus
St. Pölten.
Am 30. Januar 1889 wurde der österreichische Thronfolger Rudolf von Habsburg in seinem Jagdschloss in Mayerling bei Wien mit seiner blutjungen Geliebten Mary Vetsera unter heute noch ungeklärten Umständen tot aufgefunden. Die ganze Angelegenheit wurde zuerst verschwiegen, dann vertuscht, verfälscht und schließlich mystifiziert. Die Wahrheit kam nie ans Licht. Nun kehrt die alt-österreichische Legende zu seinen Ursprüngen zurück mit dem Ungarischen Nationalballett, das am 1. und 2. Oktober in einem österreichischen Exklusivgastspiel "Mayerling" im Festspielhaus St. Pölten tanzt.
Sir Kenneth MacMillan, der legendäre Choreograf des Royal Ballet London, hat in "Mayerling" die tragisch-tödliche Liebe zwischen dem Thronfolger Kronprinz Rudolph und der blutjungen ungarischen Baronesse Marie von Vetsera in einer berührenden tänzerischen Deutung in Szene gesetzt. Eingerahmt vom einfachen und geheimen Begräbnis, mit dem der Hof das Geschehen zu verschleiern versuchte, konzentriert sich MacMillan in seiner eindringlichen Interpretation der Ereignisse auf den Prinzen, der in einer Ehe, die er nicht wünschte und in der es keine Liebe gab, gefangen ist, der in politische Intrigen verwickelt ist, von dem ihm Trost spendenden Morphium abhängig ist und im Tod seinen einzigen Ausweg sieht. Die Rolle des Rudolf wird am 1. Oktober von dem Wiener Publikumsliebling Tamás Solymosi getanzt. Als zentrales dramaturgisches Element fungieren eine Reihe von Duetten von Rudolf und seinen Frauen, die den Choreografen als Psychologen des Tanzes bestätigen. Keines der großartigen Pas de deux deutet auf eine konventionelle, romantische Liebe hin, vielmehr verweisen sie auf die Isolation und Lieblosigkeit, die Rudolf immer tiefer in die Verzweiflung treibt. Sie steigern sich in ihrer Intensität am Ende jedes Aktes, und zeigen Rudolfs sadistischen Umgang mit seiner neuvermählten Frau Stephanie, Marys morbide Obsession und schließlich ihren tragischen und tödlichen Pakt. Die Musik von Liszt, von John Lanchbery arrangiert und in St. Pölten vom Budapester Kammerorchester MAV live gespielt, begleitet mit einem vielschichtigen Klangteppich das dramatische Geschehen, während die Bühnenausstattung von Nicholas Giorgiadis das Leben der privilegierten und repressiven Hofgesellschaft evoziert.
Mayerling, ungarisches Nationalballett, 1. und 2. Oktober 2004 im Festspielhaus St. Pölten, Beginn 20:00. Einführungsgespräch mit Gyula Harangozo, Direktor des ungarischen Nationalballetts und Festspielhausintendant Michael Birkmeyer jeweils um 19:00.
www.festspielhaus.at
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Submit am 23.09.2004
Online am Dienstag 23.09.2004
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