20 Jahre Tanz in Bozen

Mit einer Reihe von Sonderprojekten feierte Bolzano Danza / Tanz in Bozen seinen runden Geburtstag

Eine Ausstellung, ein Buch und ein Video – drei Extras des diesjährigen Südtiroler Festivals zu seinem runden Geburtstag. Die Ausstellung erstreckte sich in neun großformatigen Fotografien der Festivalfotografen Raffaella Persilia und Piero Tauro über die ganze Stadt und wurde im Neuen Stadttheater Bozen noch einmal im komprimierten Format gezeigt. Dokumentationen über die Geschichte des Festivals bieten hingegen ein Video (siehe nächste Seite) und ein Buch mit Beiträgen von AutorInnen aus Italien, Deutschland und Österreich, die verschiedene Aspekte des Festivals und des Kursprogramms beleuchten. Besonders aufschlußreich und informativ ist die Chronik am Ende des reich illustrierten Bandes, die beweist, dass vieles in Bozen vorweggenommen wurde, was woanders erst Jahre später zu sehen war. Mit diesem liebevoll gestalteten Buch unter der Projektleitung von Alexandra Pan und Lucia Bacci werden die 20 Jahre Bozener Tanzentwicklung noch einmal sehr anschaulich aufgerollt.
Bolzano Danza / Tanz in Bozen war die erste gemeinsame Veranstaltung der italienischen und deutschen Kulturabteilung der Autonomen Provinz Bozen. Wobei eine strikte Aufgabenteilung beibehalten wurde – die Kurse werden vom deutschen Kulturamt, das Festival von der italienischen Verwaltung finanziert. Während Ulrich Roehm als künstlerischer Leiter der Kurse seit der ersten Ausgabe verantwortlich zeichnet, gab es beim Festival mehrmals einen Wechsel, bis vor zehn Jahren der jetzige künstlerische Leiter Lanfranco Cis berufen wurde.
Lag der Schwerpunkt sowohl bei den Kursen als auch beim Festival in den ersten Jahren auf klassischem Ballett, so wurde das Angebot im Laufe der Jahre kontinuierlich erweitert. Hier seien einige Highlights erwähnt wie etwa die Hommage an Birgit Cullberg mit dem Ballett der Oper Ljubljana und dem Cullberg Ballett im Jahr 1989 - die Lady herself leitete einen Choreografischen Workshop. 1990, als er ganz am Anfang seiner Karriere stand, tanzte der mittlerweile zum Superstar des Flamenco avancierte Joaquín Cortés in einer Produktion mit dem Ballet Español in Bozen. Die Afro-Dance Company von Bob Curtis gastierte bereits im ersten Jahr des Festivals. Seit einigen Jahren ist Curtis, der nunmehr seinen Lebensmittelpunkt von Italien nach Österreich verlegt hat, Dozent bei den Sommerkursen.
Unter der Direktion von Lanfranco Cis widmete sich das Festival fast ausschließlich dem zeitgenössischen Tanz und reiht sich damit in den europäischen Reigen der Sommerevents ein. Eine Besonderheit der Programmation Cis ist die konsequente Einbeziehung osteuropäischer Gruppen bei (fast) jeder Ausgabe des Festivals.
Bei den Kursen schrieben viele Dozenten und begleitende Musiker die Bozener Tanzgeschichte über viele Jahre hindurch mit. Jazzklassen mit Anne Marie Porras aus Frankreich oder Flamenco mit Brigitta Luisa Merki, Tanztheater mit Michele Abbondanza und Antonella Bertoni, Afro mit Bob Curtis oder Ballett mit Gillian Anthony sind für viele Teilnehmerinnen zum Fixpunkt ihres Sommer(tanz)programms geworden.

„20 Jahre Tanz in Bozen - Bolzano Danza. Internationaler Kurs und Festival für Tanz. 1985-2004“, Hsg.: Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Abteilung Deutsche Kultur, Folio Verlag Wien/Bozen 2004.

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Submit am 06.08.2004

 

Online am Dienstag 06.08.2004

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