Tanz aus der Reihe

Podiumsdiskussion im Radio Kulturhaus

Im Rahmen des vom ÖKS und Kultur Kontakte organisierten Projekts „Tanz aus der Reihe“ wurde am 18. Mai zur Podiumsdiskussion im Radio Kulturhaus geladen. Das Podium war fachkompetent besetzt: Dr. Martina Gerhartl (BMBKW), Susanne Hofer (ÖKS/Kultur Kontakte), als wissenschaftliche Begleiterin des Projekts Univ.ass. Dr. Maria Dinold, aus Feldkirch die Professorin Frau Gerlinde Eherer, sowie Esther Linley, künstlerische Leiterin des Choreografischen Zentrums Linz, die an der Organisation des Projektes maßgeblich beteiligt war. Im Publikum saßen hauptsächlich KünstlerInnen und, zum Bedauern der Initiatorin Susanne Hofer, nur sehr wenige LehrerInnen.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging es sofort in media res: Welche Bedeutung bzw. welchen Einfluss hat die Auseinandersetzung mit tänzerischer Bewegung auf die SchülerInnen? Der Tenor war einhellig: positiv auf die Körperwahrnehmung, die soziale Kompetenz sowie auf die Ausdrucksfähigkeit der SchülerInnen. Natürlich, so warf Susanne Hofer ein, gab es zu Beginn des Projektes Berührungsängste sowohl bei SchülerInnen als auch bei LehrerInnen. Denn die Vermittlung von zeitgenössischen Tanz sei schwieriger als etwa von Video Dance, wo man vorgefertigtes Schrittmaterial erlernt. Im zeitgenössischen Tanz geht es um authentisches Bewegungsmaterial und nicht um messbare Ergebnisse, wie in anderen Schulfächern. Auf die Frage inwieweit denn Tanz im Lehrplan verankert sei, meinte Dr. Gerhartl, dass zwar im Lehrplan der Sekundarstufe 1 über den weiten Begriff der Bewegungshandlungsfelder der Tanz sehr wohl integriert sei, jedoch inwieweit das umgesetzt werden könnte, hänge von der jeweiligen Lehrerin ab.
Dass der Tanz eine wichtige psychosoziale Funktion inne hat, waren sich alle einig. Doch wie schaut es mit der Akzeptanz des Tanzes als Kunstform aus? Sollte die Ermöglichung einer Begegnung mit Tanz als Kunstform das Ziel sein, oder wird der Tanz bloß als Vehikel benützt, um andere Bedürfnisse zu befriedigen, kam der Einwurf aus dem Publikum. Das Resümee des Abends war durchaus positiv. Projekte dieser Art sollten mehr stattfinden, nicht nur punktuell und einmalig, sondern kontinuierlich. Hofer hob hervor, dass es gelungen sei für ‚Tanz aus der Reihe’ eine breite Öffentlichkeit zu finden und eine Vernetzung verschiedener Bereiche begonnen hat. Klar wurde, dass ein Projekt dieser Art bloß anregen kann und LehrerInnen nur einen kleinen Bereich bewegen können, um Tanz mehr in den Schulalltag zu verankern (Gerhartl). Offen blieb die Frage nach der grundsätzlichen Akzeptanz des Tanzes in der Gesellschaft, denn die Tatsache, dass es offensichtlich nur über den Sport möglich war (Dinold) Gelder für dieses Projekt zu mobilisieren, stimmt doch bedenklich.
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Gabriele Haselberger

Submit am 24.05.2004

 

Online am Dienstag 24.05.2004

Lezte Online Aktualizierung am Mittwoch 16.06.2004 16:20

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