Statt ganz oder gar nicht lauer Regen in der Theaterreform
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Die IG Freie Theaterarbeit kommentiert in ihrer Presseaussendung vom
26.1.2004 die Entscheidung über die Vergabe der Fördermittel
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"Vier Wochen später als angekündigt, erreichte die mit Bangen
erwartete Entscheidung über die Projektförderungen der Stadt
Wien einen Teil der Freien Theaterschaffenden am vergangenen Mittwoch,
nicht per Brief, sondern zuerst über die Presse.
Dass Fördersummen wie kommentierte Ablehnungen der Presse gegenüber
von den Kurator/innen offen kommuniziert wurden, während die Betroffenen
noch im Unklaren waren und eine öffentliche Übersicht über
geförderte und nicht geförderte Projekte mit Verweis auf Datenschutz-Bestimmungen
grundsätzlich verweigert wird, empört die Theaterschaffenden
zu Recht.
"Ganz oder gar nicht lautet die zugrunde liegende Maxime: Statt
Mangel zu verteilen, wird auf die Verwirklichung von ausreichend argumentierten
Projekten verwiesen. (Standard, 21.1.2004, S. 24)
Doch wie sieht diese Wirklichkeit aus? Von knapp 200 Einreichungen wurden
50 Projekte bzw. Jahresförderungen von 1,7 Millionen Euro vergeben.
Dass die 150 Abgelehnten keinen Grund zur Freude haben und die Ablehnung
für einige das Aus für eine professionelle Arbeit bedeutet,
ist klar. Doch auch die Gewinner/innen müssen sich bis auf wenige
Ausnahmen mit einer Verwaltung des Mangels zurechtfinden:
Viele hatten der Devise "ganz oder gar nicht folgend, erstmals Budgets
in realistischer Höhe eingereicht, die die Arbeitsverhältnisse
aus dem Graubereich und der finanziellen Selbstausbeutung holen sollten.
Die mit 60.000 Euro dotierten Bilderwerfer hatten um 200.000 Euro angesucht.
Das Tanz*Hotel suchte um 160.000 Euro an, die "gewonnenen 60.000
Euro machen eine durchgehende Jahrestätigkeit wie bisher unmöglich,
ebenso ist es beim Projekttheater, das mit 80.000 Euro bedacht, vorraussichtlich
im Mai schließen muss und auch andere von der Presse zu "Gewinnern
der Reform stilisierten Projekte sehen sich vor dem Aus.
Strukturell fällt auf, dass keine Kindertheater-Gruppe im Genuss
einer 3-Jahres-Förderung ist und nunmehr auch keine Kindertheater-Gruppe
eine 1-Jahres-Förderung mehr bekommt. Die Gruppe konnex, die in den
letzten 4 Jahren eine kluge Arbeitsstruktur mit 4 Akteur/innen, 1 Managerin
und einem Regisseur erarbeitet hat und mit den 4 gastspielfähigen
Produktionen international erfolgreich tourt, sieht die Aufbauarbeit der
vergangenen 5 Jahre "abgewürgt. Mit einer Fördersumme
von 30.000 Euro, die nicht mal die Auszahlung monatlicher Minimalhonorare
erlaubt, ist weder kontinuierliche Arbeit noch das Aufrechterhalten des
Repertoires möglich.
Den Kurator/innen ist die "Verwaltung des Mangels nicht vorzuwerfen.
- Aber "ganz oder gar nicht heißt im ersten Förderzyklus
bestenfalls "same procedure as every year. Wenn Kulturstadtrat Mailath-Pokorny
im Standard äußert "2003 wurden die Weichen gestellt für
die größte Theaterreform der Wiener Geschichte, durch die Umwandlung
des Theaters an der Wien und dem Beginn der Planung für das Ronacher
Projekte die jahrelang diskutiert wurden (Der Standard online,
22.1.2004) dann spricht er wahr, aber die Rhetorik der Verhältnisse
ist nicht ident mit ihrer Ökonomie: Dem Freien Theater stehen pro
Jahr ca. 2,6 Millionen Euro für Projektförderungen und ca. 2,6
Millionen für längerfristige Förderungen (ehemals die 3-Jahres-Förderungen)
zur Verfügung, allein das Theater an der Wien und das Ronacher erhalten
derzeit eine Jahressubvention von 40 Millionen Euro, obwohl dort Theater
gezeigt wird, das sich andernorts selbstverständlich ohne Subventionen
finanzieren muss.
Zum Vergleich: Die in Wien hochgelobte holländische freie Gruppe
Doot Paard erhält bei 6 Akteur/innen eine Jahressubvention von ca.
450.000,- Euro. Erst eine solche Grundlage erlaubt angemessene Produktionsbedingungen.
Die für die kommende Tranche angekündigten 0,9 Millionen Euro
lassen auch die nähere Zukunft der Projektförderung nicht rosiger
als die Gegenwart erscheinen.
Die zeitliche Verzögerung der Entscheidung hat zudem zweierlei praktische
Konsequenzen: während zur Zeit Produktionen in der Warteschleife
hängen und Probenbeginne und Premieren verschoben werden oder mit
einem hohen Eigenrisiko doch stattgefunden haben, drängen sich nun
die Projekte auf den kommenden Herbst und es ist bereits jetzt ein Raumengpass
im dietheater abzusehen." (Presseaussendung IG Freie Theaterarbeit, 26.1.2004)
www.freietheater.at.
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tanz.at hat die Theaterreform in der Oktober-Augabe kommentiert. Ausführlichen
Bericht hier nachlesen>>>MAGAZIN
Okt_03
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Red.
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Submit am 03.02.2004
Online am Dienstag 03.02.2004
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