Moderne Architektur für zeitgenössischen Tanz

Die Summer School von 14. bis 25. Juli und ein Tanzmedizin-Kongress im Oktober bieten Gelegenheit das neue Laban Center kennenzulernen

Vom 14. bis 25. Juli öffnet das Laban Center London die Pforten seiner neuen Location am Deptford Creek für die traditionelle Summer School mit Gastlehrern wie Wendy Houston, Linda Hartley, Benji Reid und Ben Wright. Im Oktober dieses Jahres veranstaltet die International Association for Dance Medicine & Science (www.iadms.org) ihr Jahrestreffen in dem eindrucksvollen Gebäude mit einem Tag mit Vorlesungen, Foren, Workshops und anderen Aktivitäten für Tanzlehrer am 23. Oktober.
In dem luziden, großzügig angelegten Kubus, der von den Architekten Herzog & de Meuron in Zusammenarbeit mit dem bildenden Künstler Michael Craig-Martin realisiert wurde, befindet sich eines der weltweit größten Tanzzentren. Es besteht aus dem Bonnie-Bird Theatre mit 300 Sitzen, 13 Studios, wovon eines zu einem Theater mit 100 Sitzplätzen umgebaut werden kann, eine Gesundheits-Suite mit einem riesigen Pilates Studio, eine Bibliothek mit Tanzarchiv, ein Hörsaal für 100 Studenten sowie eine Bar und ein öffentliches Kaffeehaus.
Die Übersiedlung aus den Räumlichkeiten in New Cross nach Deptford fand bereits im letzten Dezember statt, im Februar dieses Jahres gab es die Eröffnungsfeierlichkeiten mit 7000 Teilnehmern. Die Summer School bietet nun einen weiteren Treffpunkt für die internationale Dance Community in London.

Unter dem Motto der Expansion
Seit Marion North 1973 die Leitung der damals unter dem Namen Art of Movement Studio firmierenden Schule in Addleston, Surrey, übernommen hat, hat sich das Institut nach und nach vergrößert und verändert. Lagen davor die Aktivitäten des Studios vorwiegend im tanzpädagogischen Bereich, so setzte Marion North alles daran, die Schule in eine Ausbildungsstätte für professionelle TänzerInnen umzuwandeln. Sie holte die ehemalige Tänzerin der Martha Graham Dance Company, Bonnie Bird, als ihre Kodirektorin nach England und etablierte die ersten Kurse mit Diplomabschluss. 1975 wurde das von Rudolf von Laban gegründete und nach seinem Tod 1958 von Lisa Ullman geleitete Studio nach seinem Gründer in Laban Center for Movement and Dance umbenannt und übersiedelte nach New Cross in London in ein Gebäude mit drei Studios in unmittelbarer Nachbarschaft zum Goldsmiths’ College.
Das Laban Center bot 1976 als erste Tanzausbildung einen dreijähriges Studium an, das mit einem akademischen Titel, dem B.A. (Hons.) abschloss. Danach ging es Schlag auf Schlag: 1980 werden die postgradualen MA Dance Studies eingeführt, ein Jahr darauf der Community Dance and Movement Course (mit Abschluss Professional Diploma in Community Dance Studies). 1982 lanciert das Laban Center die Transition Dance Company (Graduate Diploma In Performance) und die Zeitschrift Dance Theatre Journal. Drei Jahre später wird in Zusammenarbeit mit der Hahnemann University Philadelphia das erste MA Dance Movement Therapy-Studium eingeführt. Das Laban Center hat sich in diesen Jahren auch räumlich immer weiter ausgebreitet, bis 1989 die Erweiterungsphase in New Cross mit der Adaptierung einer dem Studiokomplex benachbarten Kirche abgeschlossen wurde. Dennoch konnten trotz diverser Zubauten die zunehmende Zahl der StudentInnen nicht mehr auf dem Areal untergebracht werden. Der Neubau in Deptford Creek wurde mit Geldern der Nationalen Lotterie und privater Sponsoren um 22 Millionen Britische Pfund errichtet.

In Labans Geist
In ihrem unermüdlichen Kampf für den Tanz trat Marion North in die Fussstapfen ihres Lehrers Rudolf Laban, der 1879 in Pressburg im damaligen Österreich-Ungarn geboren wurde. Laban war Tänzer, Choreograf und Tanztheoretiker. Unter anderem erfand er ein Notationssystem für Bewegung, die Labanotation und kreierte Werkzeuge für die Bewegungsanalyse. Er arbeitete mit Pionieren des Ausdruckstanzes wie Mary Wigman, Kurt Jooss und Sigurd Leeder. Nach seiner Übersiedlung nach England 1938 widmete sich Laban vor allem dem Unterrichten und der Tanzpädagogik. Es war seine Überzeugung das jedermann vom Tanzen profitieren könne.
Die Früchte dieses breit gefächerten Ansatzes von Rudolf Laban und seiner Schülerin Marion North sind auch im flexibel gestalteten neuen Laban Center repräsentiert.
www.laban.org



Submit am 23.06.2003

 

Online am Dienstag 23.06.2003

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