Leichtigkeit in schwarblauweiß |
Andrea K. Schlehwein schickte ihre TänzerInnen auf die Suche nach dem Unsichtbaren |
right in the middle of something I can't see, Lodronsche Reitschule Gmünd, 26.06.2009. |
Die Zuschauer sitzen sich gegenüber, denn dazwischen, right in the middle, wie der Titel des neuen Tanztheaterstückes von Andrea K.Schlehwein beginnt, suchen sieben schwarzblau gekleidete Figuren auf weißem Tanzboden nach something I can't see. In expressiver, klarer Körpersprache entstehen Bilder wie japanische Tuschezeichnungen, die zur Premiere in der barocken, zur Aufführungsstätte adaptierten Lodronschen Reitschule im Kärntner Gmünd das Premierenpublikum begeisterten. Von Ferne grüßt zunächst Samuel Beckett: Nur wird hier nicht auf Godot gewartet, sondern suchen sechs Tänzerinnen und ein Tänzer nach etwas Unsichtbarem, vor- und eifersüchtig, beobachtend oder agierend, erst ängstlich, dann forscher, einzeln oder in kurzer Begegnung. Es rollt eine Kugel - führt sie zum - offenbar gefährlichen - Geheimnis? Oder ist alles nur Spiel? Man tut sich zusammen, kreist um eine Mitte, die Sogwirkung haben zu scheint. Aber - wie das Zentrum eines Tornados ist sie ruhig und nichts geschieht dem, der sie erreicht. Also doch alles nur Spiel! ? Erleichtert und mit Augenzwinkern tanzt man sich zurück ins Leben, zum Anfang, zu Heinrich Ignaz Franz von Biber. Denn bei dem Barockkomponisten nahm die von Schlehwein gestaltete Soundcollage ihren Ausgang, um dann spannend mit vorwiegend Neuer Musik (Yasudah, Kirkegaard, Gubaidolina, Ustvolskaya) überlagert zu werden. Die mit ihrem Team in Millstatt produzierende, vielseitige Künstlerin mit Kindheit in Japan bleibt auch in diesem choreografischen Werk ihrem Stil treu: Hier deutsches Tanztheater, da fernöstliche Kalligrafie, mit stark poetischem (Dreh)Moment, diesmal vor allem am Boden, und traumhaften Kostümen von Midori Kawamura. Ein unspektakuläre, doch sehr feine Arbeit, in der Schlehwein das helle, elegante Ambiente der Reitschule optimal nützte.
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Andrea Hein |
Online am: 01.07.2009, © www.tanz.at |