Bunte Stepp-Mischung mit tollen Solisten |
Magic of the Dance ist ein bunt durchgewürfelter Riverdance/Tap-Dogs-Verschnitt, der durch die ausgezeichnete Technik seiner Solisten begeisterte, diese jedoch fast mit seinen Effekten erschlug. |
Magic of the Dance, Wiener Stadthalle, 26.04.2009. |
Ein Fackelzug zu Beginn, später Ringeltanz vor Projektionen der irischen Küste, dann Blitzlichter, Feuer und der Kampf des bösen Pärchens gegen das gute. Die Show Magic of the Dance, die am Sonntag in der Wiener Stadthalle gastierte und ein Potpourri aus unterschiedlichen Stepp-Stilen zeigte, langweilte, wenn sie ein Klischee nach dem anderen abspulte und zu viel auf einmal wollte. Wer so tolle Solisten im Gepäck hat wie diese Show - muss der wirklich auf Lichteffekte, brennenden Bühnen-Boden und Flugaufnahmen über die irische Küste setzen? Ich finde: Nein - was hier gezeigt wurde, war teilweise ein bis zwei Schäuflein zu viel. Wer sich unter den Zuschauern vom vielen Klimbim aber nicht ablenken ließ, der konnte durchaus tolle technische Schmankerln erleben. Und freute sich besonders über die ruhigeren Szenen, welche die Effekt-Hascherei beiseite ließen und eine Geschichte über ein weißes und ein schwarzes Pärchen, die sich durch den ganzen Abend zog, unterbrachen (was andererseits wiederum die Geschichte absurd erscheinen ließ, wenn gerade noch ein Matrose in New York getanzt hatte und dann der Kampf des Dämons gegen die lustigen Riverdance-Wiesen-Hüpfer weiterging). So konnte beispielsweise ein Matrose allein durch seine exakten Schrittfolgen und seinen Humor punkten, konnten die acht Hauptsolisten - durchwegs mehrfache Stepp-Weltmeister - in einem Schlagabtausch, in dem sie ihre Schmankerln vorführten, besonders bestechen. Witzig auch, wenn Stepptanz mit Tonnen und Besen kombiniert wird, selbst wenn das natürlich auch nicht neu ist. Immer wieder kehrte der Abend zu Riverdance-artigen Sequenzen zurück, bei denen dann auch technische Mängel offenbar wurden: Die Solistin Colette Dunne hat eine erbärmliche Armhaltung, ihre Port de Bras wirken wie jene einer schlechten Ballettschülerin. Auch beim Ensemble sind die Soft-Shoes-Einlagen unerbittlich, hier sieht man klar, dass vielen die klassische Basis fehlt. Begeistern konnte Suzanne Cleary als Dämonin, die zwar fast einen übertriebenen Ausdruck aufsetzte, in ihrer Beinarbeit aber überzeugte. Außerdem gefielen vor allem Ciaran Maguire und Alan Kenefick durch ihre unglaublich schnellen Stepp-Schläge. Eine Mischung aus Riverdance, Stomp und Tap Dogs könnten man Magic of the Dance nennen, und: einen durchaus eindrucksvollen Abend.
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Theresa Steininger |
Online am: 29.04.2009, © www.tanz.at |