Spiel mir den Maple Leaf Rag, Louis |
Die Smack Dance Company aus Griechenland unter der Leitung von Stella Zanou beim Festival Tanzwelten |
Statesera; Sali and Gari, Staatstheater Braunschweig, Kleines Haus, 10.03.2009. |
Nach dem eindrucksvollen Gespräch vor der Vorstellung haben wir Statesera und Sali and Gari von der Choreografin Stella Zannou und der Smack Dance Company mit größter Neugier erwartet.
Statesera sollte eine Reflexion über die menschliche Existenz darstellen, pessimistisch über Diktatoren und ihre Opfer, über Freiheit und Unabhängigkeit sprechen.
Weder das eine noch das andere war zu sehen oder zu finden. Beide Teile sind zu lang und so akrobatisch, dass man nur auf die Gelenke des Tänzers konzentriert war. Viel versprechend die weißen Gewänder und die Knieschützer, was beim zeitgenössischen Tanz selbstverständlich geworden ist, hier aber vieles von dem Geheimnis der Erzählung wegnimmt. Die hyperlaute Musik und die wiederholten Kniestürze auf den Boden haben eher irritiert.
Vor kurzem war unter anderem Clytemenestra (1958) von der Martha Graham Company in Paris (Théâtre du Châtelet) zu sehen, wo in der Methode und auch in der Technik sehr viel Bodenarbeit verlangt wird - das Fallen auf die Knie war schon in den ersten Werken Marthas integriert (ab 1927). Der Kontrast stimmt traurig. Graham, die sich so oft mit Themen der griechischen Mythologie befasst und eine zeitlose, strukturierte und organische Technik entwickelt hat, hätte mit Sicherheit über die Vorstellung aus Griechenland gesagt, sie zu vergessen: Spiel mir den Maple Leaf Rag, Louis (M. Graham an Louis Horst).
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Celi Barbier |
Online am: 29.04.2009, © www.tanz.at |