Tolle Musicalstimmen, simple Story, wenig Tanz

Die Jung-Musical-Darstellerinnen der Performing Studios bewiesen in ihrer Abschlussshow „Women of the Year“ vor allem Stimme, der Tanz rückte in den Hintergrund.

Women of the Year, Theater Akzent Wien, 02.04.2009.

Alles im Leben dieser Twens dreht sich um die Liebe und die Bühne - zumindest suggeriert dies jener Musical-Abend, der rund um Songs aus den verschiedensten Stücken gestrickt wurde, um die Stimmen der Absolventinnen der Performing Arts Studios zur Geltung zu bringen. So simpel deshalb die Story rund um „Wer ist in wen verliebt“ daher kommt, so ist die Konzentration auf die Songs ein Plus der Show. Denn die Mädels, die hier zeigen, was sie in drei Jahren Ausbildung gelernt haben, verfügen größtenteils über wirklich gute Stimmen.
Der Tanz, der eigentlich in dieser Musical-Kaderschmiede hoch gehalten wird, kommt an diesem Abend viel zu kurz. Zwar sieht man den Schülerinnen an jeder Bewegung an, dass sie eine gute Ausbildung in Sachen Ballett und Jazz haben, die Show selbst wartet aber nur mit einer wirklichen Tanzsszene auf: einer sehr guten, flotten, im Ensemble gut abgestimmten und perfekt ausgeführten Charleston-Steptanz-Nummer.
Unter den Darstellerinnen (heuer haben nur Mädchen abgeschlossen) fällt besonders Wilbirg Helml auf, die nicht nur eine voluminöse Stimme hat, sondern auch mit einer beeindruckenden Leichtigkeit spielt und ihr komödiantisches Talent einzusetzen weiß. Wenn sie sich bei „I´m not at all in love“ aus „The Pajama Game“ ziert, stante pede behauptet, nicht verliebt zu sein, trotzig und Schmollmund-ziehend herumhüpft und dabei ihre Kolleginnen mit Polstern bewirft, überrascht es niemanden, dass sie bereits ins Kabarett Simpl engagiert wurde. Ebenso, als sie später davon erregt sein soll, in einer Nobel-Garderboe Melonen und andere Hüte aufzuhängen…..
Tolle Stimme zeigen sowohl Helml als auch ihre Partnerinnen Sabrina Eder und Melanie Wurzer bei der berührenden Ballade „I wish I may“ über die Träume kleiner Mädchen. Wurzer weiß auch in anderen Szenen mit ihrem sicheren Gesang zu beeindrucken.
Im Gegensatz zu Michaela Mark, die an ihrer Stimmstärke noch feilen muss, und Julia Tiecher, die zwar ein eindringliches Organ hat, in „Mann im Mond“, bei dem sie von Herren im Frack umtanzt wird, aber leider sehr unverständlich singt.
Witzige Anspielungen auf die Branche („Ich hab doch nicht 3 Jahre Ausbildung gemacht, um mich dann ständig auszuziehen“) kommen beim Publikum an, auch ansonsten gibt es nach jeder Nummer viel Jubel und Applaus, wobei man dabei bedenken muss, dass ein Großteil der Zuschauer Angehörige des Studios, Freunde und Verwandte waren.
Jedenfalls: einige Talente, die es zu entdecken gab.

Theresa Steininger

Online am: 06.04.2009, © www.tanz.at