Albrecht stellt sich vor |
Roman Lazik macht gute Figur als untreuer Herzog |
Giselle, Wiener Staatsoper, 16.02.2009. |
Das großteils aus Wienbesucherinnen bestehene Publikum konnte den Abend nicht so recht würdigen. Erst am Ende zeigte es die Begeisterung, die der 56. Aufführung der Giselle würdig gewesen wäre. Bedauerlich vor allem für das Corps de ballet, das sich in augezeichneter Form befand und besonders im zweiten Akt die strenge Geometrie in perfekter Formation meisterte. Roman Lazik, in der vergangenen Saison vom Bayerischen Staatsballett nach Wien geholt, erntete als Albrecht, den er in Wien zum ersten Mal tanzte, verdienten Applaus. Mit ausholende kräftige Sprüngen und weicher Landung konnte er die Bühne perfekt nutzen und war der der unvergleichlichen Polina Semionova ein einfühlsamer Prinz. Mit schlanke Linie, elegenatem Port de bras bot er die perfekte Allüre eines danseur noble und weckte den Wunsch, ihn öfter auf der Staatsopernbühen zu sehen. András Lukács als Hilarion mangelt es weniger an Technik, denn an Darstellungskraft. Er blieb blass und wenig überzeugend. Durch Liebreiz und exakte Sprünge überzeugte hingegen Kiyoka Hashimoto mit Shane A. Wuerthner als Partner im Bauernpaar. Die Japanerin tanzt seit Herbst 2008 in Wien und war davor an der Semper-Oper in Dresden engagiert. Wie gut sie sich ins Ensemble eingefügt hat, konnte im Pas de Quatre des 1. Aktes mit Freude beobachtet werden. Ketevan Papava, seit 2006 in Wien und schon als Spanische Tänzerin im Schwanensee beklatscht, feierte ihre Rollendebüt als Myrtha. Eine standfeste und exakt springende sehr lebendige Königin der Willis, die mit weichen Armbewegungen und sanft geneigtem Kopf ahnen lässt, dass ihr die strenge Unerbittlichkeit vom Schicksal auferlegt ist. Das Corps wurde schon gelobt, so bleibt nur noch die einfühlsame Stabführung von András Déri zu betonen, der den Abend auch zu einem musikalischen Erlebnis werden ließ.
Letzte Aufführungen in dieser Saison: 21. und 22.2. mit Roman Lazik, AliyaTanikpaeva und Mihail Sosnovschi.
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Ditta Rudle |
Online am: 18.02.2009, © www.tanz.at |