Wortkartenspiele und Tanzskulpturen |
Auf Stift Millstatt hatte das neue Stück von Andrea K. Schlehwein Uraufführung |
Unmerklich drängen Fingerspietzen ..., Stift Millstatt, 28.11.2008. |
Keinen kulturellen Winterschlaf gönnt sich der Kärntner Festivalort Millstatt, sondern vielmehr eine Uraufführung: Unmerklich drängen Fingerspitzen
nennt sich die neue Theaterarbeit von Andrea K. Schlehwein, die Freitag im Rittersaal des Stiftes ihre gelungene Premiere feierte. Ein subtiles Werk aus Wort, Tanz und Bühnenbildkunst. Die Regisseurin und Choreografin setzt in der raffinierten, blendend weißen Papierarchitektur von Alexandra Burgstaller ihre poetischen Texte als lebendiges Kartenspiel um. Diesem verleihen drei weitgehend improvisierende TänzerInnen (Fang Yun Lo, Carlos Osatinsky, Fernando Nicolás Pelliccioli) spannende Körperlichkeit, vor allem wenn sie im Spiel mit Raum und Licht zu hochästhetischen, skulpturalen Posen finden. Genauso wie Schauspielerin Eleonore Schäfer, die Wörter und Satzfragmente ausspielt um dann vom Text zum Tanz zu wechseln. Scheinbar zufällig, im Vorbeigehen oder -rennen, wählen die Darsteller immer wieder Musik aus einem Kassettenhaufen aus. Glückssache, was da kommt - ganz wie im Spiel, ganz wie im Leben.
Der Zuschauer sitzt übrigens mitten im Bühnenbild aus verschiedenen Tanzinseln, Kartentisch, Lesepult und Lichtkörpern - und damit auch mitten im Geschehen, das keine Sekunde Langeweile aufkommen lässt und verdient langen Applaus erntete. Applaus auch für den Mut von Andrea K. Schlehwein, in Millstatt zusammen mit Eleonore Schäfer ein kreatives Zentrum, das ob seines Ambientes auch von auswärtigen Künstlern gerne genutzt wird, zu betreiben!
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Andrea Hein |
Online am: 10.12.2008, © www.tanz.at |