Ein schönes Paar |
Maria Yakovleva debütierte als Giselle |
Giselle, Wiener Staatsoper, 13.11.2008. |
Vier Mal wird in diesem Dezember die Giselle an der Staatsoper getanzt. Eine gute Gelegenheit für allerlei Rollendebüts. Zum Beispiel für Maria Yakovleva, die in dem romantischen Ballett aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (die Wiener Adaptierung von Elena Tschernischova hat da nicht viel geändert) bisher nur die kleineren Solorollen verkörpert hat, aber schon als Olga in Onegin gefallen konnte. Dank der sicheren Führung durch Gregor Hatala als Herzog Albrecht konnten kleine Unsicherheiten vor allem im 2. Akt gut überspielt werden. Im ersten Akt überzeugte Yakovleva mit kokettem Charme und fröhlicher Leichtigkeit. Hatala strahlt edle Eleganz aus, hat an Linie gewonnen (vermutlich etwas an Gewicht verloren) und zeigte männliche Reife im sorgsamen Eingehen auf die Partnerin. Viel Applaus erhielt Kiril Kourlaev, der den Hilarion zum ersten Mal in Wien tanzte. Kräftig und sauber im ersten Akt, tanzt er sich im zweiten fulminant zu Tode, was bei den Willis, die durch mangelnde Konzentration und Schlamperei beunruhigt wirkten, nicht ganz einfach war. Offensichtlich eine Ermüdungserscheinung des Corps, denn im ersten Akt wirkten die Tänze gut studiert. Gut studiert und mit Freude an den Sprüngen waren auch schon Michail Sosnovschi und Karina Sarkissova als Bauernpaar. Umsichtig und ganz im Einklang mit den Tanzenden führte András Déri am Dirigentenpult das Staatsopernorchester zu Höchstleistungen. Kein Gickser in den Hörnern. Eine seltene Freude. Am 7. und 9. Dezember werden Aliya Tanikpaeva und Andrian Fadeyev das Liebespaar tanzen. András Lukács ist Hilarion. Zum Abschluss der Serie wird am 21. Dezember Vladimir Malakhov erwartet, zu dessen Lieblingsrollen der Albrecht zählt. Seine Partnerin ist Diana Vishneva, Solistin des St. Petersburger Mariinski Theaters. Wir werden berichten.
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Ditta Rudle |
Online am: 05.12.2008, © www.tanz.at |