Flamenco aus Sevilla

Miguel Vargas und Paco Fernández zu Gast im Tanzstudio Maar

Flamenco, Tanzstudio Maar, 19.01.2007.

Private Kulturinitiativen werden in der darstellenden Kunst großteils nicht wahrgenommen – medial zumindest. Und dennoch sollte man öfter mal nach Perchtoldsdorf schauen, wo Gertaud Maar ein engagiertes Tanzprogramm veranstaltet. Die rührige Tanzpädagogin betreibt dort ein Tanzstudio, eine Escuela Flamenca und ein kleines Tanztheater. Am Wochenende vom 19. bis 21. Jänner gastierte zum wiederholten Male der Flamencotänzer Miguel Vargas im Süden Wiens und gab einen dreitägigen Intensiv-Workshop, zu dem die Teilnehmerinnen teilweise weit angereist kamen – aus Bern, aus München, Innsbruck, Vorarlberg und aus Budapest. Die Perchtoldsdorfer Escuela Flamenca hat also eine beachtliche Reichweite.
Der musikalische Begleiter, der Gitarrist und Cantaor Paco Fernández, entstammt einer Zigeunerdynastie, und ist – ebenso wie seine Schwester Esperanza - mit dem Flamenco aufgewachsen. Miguel Vargas hat in die Familie eingeheiratet, die in Sevilla eine Flamenco-Schule betreibt.
Zum Abschluss gab Paco Fernández ein Flamenco-Konzert mit dem Titel „Sastipentalí” (so auch der Titel seiner letzten CD) mit Eigenkompositionen. Höhepunkt des Abends war eine Improvisation mit Miguel Vargas, bei der anhand einer Seguiriya das Zusammenspiel von Gitarre, Gesang und Tanz sehr anschaulich demonstriert wurde.
Ein gelungener Einblick in den künstlerischen Entstehungsprozess und in die Inspirationsquellen der „Flamencos“ – Paco beschloss den Abend mit einem Lied, das er einem Torero gewidmet hatte.

www.tanzstudio-maar.com

Edith M. Wolf Perez

Online am: 22.01.2007, © www.tanz.at