,,,die roten Flamencoschuhe ... |
Temperament, Leidenschaft und Feuer aus Sevilla |
Flamenco - de Sevilla a Viena, Wiener Metropol, 24.11.2006. |
Sie brachten die Illusion von Sonne und Lebensfreude ins Wiener Metropol: der spanische Gitarrist Flaco de Nerja, der Gitarrist Manuel Perez, sowie der spanische Sänger Alberto Garcia und der aus Bratislava stammende Percussionist Dino Valeria gestalteten mit der aus Sevilla kommenden Flamencotänzerin Alicia Marquez, einen Flamencoabend. Flaco der Nerja eröffnete mit einem Gitarrensolo. Sein Spiel voll mit Italismen und rasend schnellen Läufen kommt sehr hart daher. Er ist ein Meister der rhythmischen Brillanz und tritt später immer wieder mit seinen Musikpartnern und der Tänzerin in interessante, überzeugende rhythmische Dialoge. Zwischentöne, lyrische Passagen gibt es bei ihm, mit Ausnahme einer Rumba, die er wiegend und geschmeidig interpretiert, kaum. Die Künstler musizieren ohne jedes falsche Pathos, ihr Spiel ist natürlich und möchte auf einem hohen Niveau einfach unterhalten und das ist viel. Eine phantastische Leistung, vor allem in dem von ihm a cappella gesungenen Stück, bietet der Sänger aus Granada. Seine Stimme, sein ganzer Körper drückt eine Palette von Emotionen aus. Bei den Stücken mit Begleitung ist aber zeitweise die Verstärkung zu extrem und der Sänger kämpft mit dieser Lausstärke und überbietet sie, um sich hörbar zu machen. Alicia Marquez, die Tänzerin aus Sevilla, ist ein Energiebündel. Blitzschnell stampft sie den Zapateado, rhythmisch exakt, mit ihren rot beschuhten Füssen, in den Bretterboden; Alicia ist ein richtiges Fußtier. Ihre Choreografien enthalten eine Vielzahl rasend schneller Drehungen. Marquez kommuniziert mit dem Publikum und dieses nimmt es begeistert an. Zeitweise, speziell im ersten Teil des Abends ist ihr Tanz hart. Das schöne Spiel der Arme ist in ihrer Interpretation kaum zu sehen, die Armbewegungen sind oft stakkatoartig und unterstreichen den rhythmischen Akzent. In der Buleria zeigt sie, neben dem wirbelnden Fußteil, ein schönes energievolles Spiel des ganzen Körpers.
Ein gelungener, unterhaltsamer Abend; man geht voller Lebenslust in die kalte Wiener Novembernacht hinaus. Was will man mehr...
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Elisabeth Pein |
Online am: 27.11.2006, © www.tanz.at |