Kindersoldatin in Uganda

„China K.“ im Dschungel Wien bringt ein Stück afrikanischer Zeitgeschichte auf die Bühne

China K., Dschungel Wien, 05.05.2006.

China Keitetsi wurde mit acht Jahren Kindersoldatin, im Bürgerkrieg von Ugandas kämpfte sie für das Heer des Oppositionsführers, der nach dem Sieg über seinen Gegner ein ebenso blutiges Regime etablierte wie sein Vorgänger. Durch die Geschichte Ugandas zieht sich eine besonders unmenschliche Blutspur.
Mit 23 gelang China die Flucht nach Dänemark, wo sie ihre Erinnerungen von Kampf, Gewalt, Unterdrückung, Vergewaltigung und Korruption in einem Aufsehen erregenden Buch publiziert hat. Mit Ch. Picco Kellner hat sie ihr Buch nun für die Bühne adaptiert. Regie führte Christian Suchy, es tanzen, spielen und singen das Ensemble YASA aus Simbabwe. Als Chronist agiert Ch. Picco Kellner.
„China K.“ ist ein berührendes Theaterstück geworden. Die Geschichte ist zu brisant und zu unbegreiflich, als dass sie für die Bühne abstrahiert werden könnte.
Es soll Betroffenheit entstehen - man bemerkt die Absicht und ist trotzdem nicht verstimmt. Vielmehr scheint die gewählte Struktur – ein Erzähler, der die einzelnen Stationen der Kindersoldatin beschreibt, die vom YASA Ensemble und durch Einsatz von Puppen dargestellt werden – goldrichtig gewählt. Es integriert afrikanisches Theater, das sich in erster Linie durch Gesang, Tanz ausdrückt, in einen Text, der das erlebte Grauen von China K. nachzeichnet. Und in seinem Dialog mit China K. findet Ch. Picco Kellner die richtige Balance zwischen Empathie und Pathos.
Weitere Vorstellungen gibt es noch am 18., 19. Und 20. Mai. Hingehen!

Edith M. Wolf Perez

Online am: 08.05.2006, © www.tanz.at