Die Kammeroper swingt! |
Fats Wallers Musik und ein großartiges Ensemble in "Ain't Misbehavin!" |
Ain't Misbehavin'. The Fats Waller Musical Show', Wiener Kammeroper, 25.02.2006. |
Freunde des Swing, auf in die Kammeroper! Dort läuft zur Zeit Ain't Misbehavin'. The Fats Waller Musical Show' und die ist erstklassig. Mit dem hierzulande gängigen Begriff Muscial hat diese Show nur am Rande zu tun. Es gibt keine Geschichte, sondern die Lieder selbst sind die Handlung. Und so kann man sich etwa zwei Stunden lang ganz diesen wunderbaren Songs von Thomas Wrigth Fats Waller (1904 bis 1943) hingeben. Sie handeln vom Harlem der 1920er und 1930er, einer Zeit, in der Harlem sich vom Black Capital of the World mit einer boomenden Unterhaltungskultur zum Armenviertel von New York wandelte. In Wallers Liedern ist von Alkohol- und Drogen (in der Zeit der Prohibition), von Frauen und Männern, vom Schicksal, schwarz zu sein, die Rede. In der Revue sind 30 Waller-Lieder zu sehen und zu hören, darunter natürlich auch seine unvergesslichen Hits wie Honeysuckle Rose oder 'Tain't Nobody's Biz-Ness if I Do und der Titelsong Ain't Misbehavin'. Das Musical von Murray Horowitz und Richard Maltby Jr. wurde 1978 am Broadway uraufgeführt und bekam unter anderen drei Tony-Awards. In der Wiener Fassung (die Premiere war am 16. Februar) in der Kammeroper zeichnen Giorgio Madia als Regisseur und Choreograf verantwortlich. Er ist der Ursprungsidee treu geblieben und hat seine Inszenierung ganz auf die Lieder und die fünf hervorragenden Sänger abgestimmt. Carole Alston, Aisha Lindsey, Amanda Whitford und die Herren Alvin Le-Bass und der gewichtige Previn Moore sind hinreißende Darsteller der Prototypen, die Waller in seinen Liedern beschreibt. Das Orchester der Wiener Kammeroper unter der Leitung von Michael Schnack swingt wie sich's gehört. Kein Wunder also, dass die Show, die noch bis 24. März läuft, ausverkauft ist. Es soll aber noch Zusatzvorstellungen geben. Also schnell Karten sichern, es ist eine einmalige Gelegenheit, Swing and Blues auf solch hohem Niveau zu hören und zu sehen. |
Edith M. Wolf Perez |
Online am: 27.02.2006, © www.tanz.at |