Poetische und andere Highlights |
Eröffnung des 9. Internationalen szene bunte wähne Tanzfestivals für junges Publikum |
Das h@ssliche Entlein, Dschungel Wien, 23.02.2006. |
Mit Spannung erwartet die Tanzwelt jedes Jahr das Internationale Tanzfestival für Jugendliche (Veranstalter: szene bunte wähne), bringt es doch immer wieder innovative und kreative Lösungen für ein publikumsorientiertes Theater. In diesem Jahr ist den Veranstaltern ein besonders eindrucksvoller Anfang gelungen. Zuerst im Dschungel, wo die italienische Gruppe T.P.O. eine Adaptierung des Märchens von Hans Christian Andersen zeigte: Das h@ssliche Entlein. Die Mittel: ein Musiker, ein Tänzer, ein interaktiver Medienteppich, auf dem Videobilder durch die Bewegung des Tänzers oder des Musikers erscheinen, verschwinden, sich verändern. Etwa ein Pinsel, der ins Bild fährt, bald farbig und schließlich zu einem Weizenfeld wird. Skizzenhafte Zeichnungen werden zu einem Huhn oder einer Ente. Der Tänzer erzählt und tanzt, muss aber keine kindischen Verwandlungen machen, um das Entchen Fritzchen darzustellen, das auf seiner Reise Hunden, Katzen und einem Schneesturm begegnet. Die liebevoll gestaltete Geschichte besticht durch seine kreativen Ideen ebenso wie durch seine Poesie. In der anschließenden Eröffnung wurden Ausschnitte aus Plüsch und Verhext und zugenäht der Compagnie Smafu gezeigt, die neugierig machte wie das Hexenduell wohl ausgehen wird. Am Abend gab es im WUK die Österreich-Premiere von Brief, einer Koproduktion von Dschungel Wien, mit JES Stuttgart, Kopergietery Belgien und dem Theaterhaus Gessnerallee Zürich, bei dem 20 Jugendliche aus den vier Ländern mitwirkten. Dass der Regisseur/Choreograf Ives Thuwis, der bereits vor einigen Jahren mit seiner Produktion Männer Furore machte, nicht längst ein Star der zeitgenössischen Tanz/Theaterszene ist, beweist eigentlich nur, dass das Genre Kinder- und Jugendtheater fahrlässig unterschätzt wird.
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Edith M. Wolf Perez |
Online am: 24.02.2006, © www.tanz.at |